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04/12/2016 15:16 CET | Aktualisiert 06/12/2016 05:41 CET

Bewegende Traueranzeige: Eltern von ermordeter Studentin Maria L. sammeln Geld für Flüchtlinge

Bewegende Traueranzeige: Eltern von ermordeter Studentin Maria L. sammeln Geld für Flüchtlinge
dpa
Bewegende Traueranzeige: Eltern von ermordeter Studentin Maria L. sammeln Geld für Flüchtlinge

Maria L. wurde nur 19 Jahre alt. Die junge Freiburger Studentin starb im Oktober – sie wurde ermordet.

Am Samstag gelang der Polizei der Durchbruch bei den Ermittlungen: Sie konnte der Öffentlichkeit einen Tatverdächtigen präsentieren. Es handelt sich um einen 17-jährigen Afghanen, der erst vergangenes Jahr als Flüchtling nach Deutschland kam.

Marias Familie veröffentlichte eine bewegende Traueranzeige in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und bat darum, von Blumen abzusehen. Stattdessen baten die Angehörigen um Spenden - für einen Verein, der Flüchtlinge unterstützt.

Maria war "ein einziger großer Sonnenschein"

"Schweren Herzens, aber zugleich mit fester Hoffnung nehmen wir Abschied von unserer innigst geliebten Tochter, Schwester, Enkelin, Nichte und Cousine", schreib Marias Familie. Die 19-Jährige war für sie "ein einziger großer Sonnenschein" und sie danken "Gott für dieses Geschenk".

Zum Schluss der herzzerreißenden Todesanzeige, die am 26. Oktober in der hessischen Tageszeitung veröffentlicht wurde, äußern die Hinterbliebenen einen Wunsch: "Anstelle von Blumen bitten wir um eine Spende für Bildungsarbeit der Kirche in Bangladesch (...) oder für die Studenteninitiative Weitblick Freiburg."

Familie bittet um Spenden für Flüchtlinge

Ein Blick auf die Homepage des Vereins zeigt, dass er sich vor allem für Flüchtlinge stark macht. "Wir machen Ausflüge und Aktivitäten mit den Bewohnern (Anmerkung der Redaktion: Bewohner von Flüchtlingsheimen), besonders den Kindern, und betreuen auch die kleine mehrsprachige Bibliothek vor Ort", schreiben die Verantwortlichen.

AfD-Pressesprecher nutzt Marias Ermordung zum Wahlkampf

Indes instrumentalisieren Rechte die schreckliche Tat für ihre eigenen Zwecke. So nahem beispielsweise der AfD-Pressesprecher Christian Lüth das Verbrechen zum Anlass, auf Twitter Wahlkampf für die AfD zu betreiben. Er schrieb: "Gutmenschen weinen jetzt: Beileid. Vernünftige sagen: Abschieben! #AfD wählen!"

Erst am Samstag warnte Freiburgs Oberbürgermeister vor einer Pauschalisierung aller Flüchtlinge. Er sagte, man solle die "Herkunft des Täters nicht für Pauschalurteile heranziehen, sondern den Einzelfall betrachten".

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(lp)