POLITIK
03/12/2016 05:54 CET | Aktualisiert 03/12/2016 08:44 CET

Wahlkampf-Experte Stauss erklärt, wie die SPD die Bundestagswahl gewinnen kann

Wahlkampf-Experte Stauss erklärt, wie die SPD die Bundestagswahl gewinnen kann
dpa
Wahlkampf-Experte Stauss erklärt, wie die SPD die Bundestagswahl gewinnen kann

  • Die SPD dümpelt in Umfragen seit Monaten rund um die 20-Prozent-Marke herum

  • Wahlkampf-Guru Frank Stauss sieht dennoch eine Chance, dass die SPD die Bundestagswahl gewinnen kann

  • Dafür müsse die SPD im Wahlkampf aber zeigen, dass sie sich der gro­ßen The­men un­se­rer Zeit an­nehme

Die SPD und die bevorstehende Bundestagswahl - vielen Genossen dürfte es da Angst und Bange werden.

Die Unruhe bei der Frage des Kanzlerkandidaten, eine scheinbar übermächtige Gegnerin namens Angela Merkel und eine allgemeine politische Orientierungslosigkeit machen die SPD derzeit nicht gerade zur besseren Alternative für Deutschland.

So mancher SPD-Wähler dürfte sich fragen: Wie um Himmels Willen können die Sozialdemokraten die Bundestagswahl noch gewinnen?

"Die SPD hat 2017 immer noch Chancen"

Eine Antwort darauf hat Wahlkampf-Guru Frank Stauss. Der Werbeprofi hat mit der Berliner PR-Agentur Butter seit der Jahrtausendwende über 20 Kampagnen für die SPD entworfen. Im Interview mit dem "Spiegel" sagt er: "Wenn die SPD es rich­tig anpackt, hat sie 2017 im­mer noch Chan­cen."

Die SPD dümpelt in Umfragen seit Monaten rund um die 20-Prozent-Marke herum, kommt bei der Wählergunst nicht wirklich vom Fleck.

Auf die Frage, wie Merkel 2017 zu packen sei, prophezeite Stauss: "Die Kanz­le­rin hat sich da­mit ab­ge­fun­den, dass sie ihr gu­tes Ergeb­nis von 2013 nicht wie­der­ho­len kann. Sie wird Stim­men an AfD und FDP ver­lie­ren."

"Mer­kel hat we­ni­ger Bein­frei­heit als frü­her"

Stauss' Vorhersage geht jedoch noch weiter:

"Aber zwi­schen Mer­kel und ih­rer Stra­te­gie ste­hen ja noch CDU und CSU. Vie­len dort ist ihr Kurs in­zwi­schen un­heim­lich ge­wor­den; sie fol­gen lie­ber Horst See­ho­fer. Mer­kel hat we­ni­ger Bein­frei­heit als frü­her. Hier liegt die Chan­ce für die So­zi­al­de­mo­kra­tie."

Dass es innerhalb der Union Meinungsverschiedenheiten gibt, vor allem in Bezug auf Merkels Asylpolitik, zeigen auch kurz vor dem CDU-Bundesparteitag in Essen wieder mehrere Forderungen des konservativen Berliner Kreises, dem unter anderem die CDU-Abgeordneten Thomas Dörflinger, Philipp Lengsfeld, Sylvia Pantel und der CSU-Parlamentarier Hans-Peter Uhl angehören.

Die Unions-Abgeordneten fordern eine Kurskorrektur von Merkel und eine Verschärfung der Asylpolitik.

"Sie müssen Zukunftsoptimismus ausstrahlen"

Die Sozialdemokratie könne nach Ansicht des Wahlkampf-Gurus deut­lich ma­chen, dass die SPD sich der gro­ßen The­men un­se­rer Zeit an­nehme - dass die SPD an der Zu­kunft ei­ner ge­rech­ten Ge­sell­schaft ar­bei­te und von Uni­ons­sei­te kei­ne Im­pul­se mehr kom­men.

"Na­tür­lich muss die SPD für ein so­zia­les Deutsch­land wer­ben, aber es muss ein Deutsch­land sein, das auf der Höhe der Zeit ist", sagte Stauss dem Blatt.

Die Par­tei habe 1969 mit dem Slo­gan "Wir schaf­fen das mo­der­ne Deutsch­land“ Wahl­kampf ge­macht. "Heu­te muss sie dar­über disku­tie­ren, wie das mo­der­ne, so­zia­le und er­folg­rei­che Deutsch­land in zehn Jah­ren aus­se­hen soll. Und da­bei muss sie Zu­kunftsop­ti­mis­mus aus­strah­len."

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