LIFE
03/12/2016 07:32 CET | Aktualisiert 03/12/2016 07:37 CET

Ex-Nazi-Soldat vererbt schottischem Dorf 458.000 Euro - unter einer Bedingung

Das schottische Dorf Comrie hat eine beträchtliche Geldsumme von unerwarteter Seite geerbt: Heinrich Steinmeyer, der ab 1944 als Soldat der Waffen-SS seine Kriegsgefangenschaft in einem Lager nahe des Dorfes verbrachte, hinterließ der Dorfgemeinschaft nach seinem Tod eine Summe von etwa 458.000 Euro.

Steinmeyer wurde als 19-Jähriger während des zweiten Weltkrieges von den Briten gefangen genommen und in das Lager Cultybraggan nahe Comrie in Schottland gebracht. Dort war Steinmeyer von der Freundlichkeit der Dorfbewohner überwältigt.

comrie scotland

Steinmeyer blieb nach der Kriegsgefangenschaft bis 1970 in Schottland

Der junge Mann fühlte sich in Schottland wohl und sagte laut der britischen Nachrichtenseite "Telegraph" in einem Interview vor seinem Tod: "Der Ort war so schön. Ich fragte mich: 'Warum habe ich gegen diese Menschen gekämpft?' Steinmeyer wurde 1948 aus der Kriegsgefangenschaft entlassen und blieb in Schottland.

Erst 1970 ging er wieder zurück nach Deutschland und wohnte in Delmenhorst, bis er 2014 verstarb. Steinmeyer arbeitete als Hafenarbeiter und blieb kinderlos.

Er verfügte in seinem Testament, dass all sein Besitz den Dorfbewohnern von Comrie vermacht werden sollte - unter einer Bedingung: Damit sollte den älteren Dorfbewohnern geholfen werden.

Sein Geld soll wieder nach Schottland gehen

Wie der Telegraph und weitere britische Medien berichten, lautet sein letzte Wille: "Ich will mich für die Freundlichkeit und Großzügigkeit der Menschen in Schottland während meiner Gefangenschaft und danach bedanken."

Laut der britischen Nachrichtenseite "Metro" soll er zudem gesagt haben: "In Schottland habe ich das Geld verdient um mir ein Haus zu bauen, also ist es nur richtig, wenn das Geld wieder nach Schottland geschickt wird, wenn ich sterbe."

Nun hat Comrie stolze 458.000 Euro erhalten

Doch bis alles juristisch geklärt werden konnte, dauerte es noch beinahe zwei Jahre - nun hat eine Treuhandgesellschaft des Dorfes, der Comrie Development Trust, aber endlich das Geld erhalten: Es handelt sich um stolze 458.000 Euro.

Andrew Reid, der Verwalter der Treuhandgesellschaft, sagte gegenüber BBC: "Seine Dankbarkeit wird weiterleben - dadurch, dass von seinem Geld nun ältere Dorfbewohner in Comrie unterstützt werden können. Heinrichs persönliche Geschichte ist ein wunderbares Beispiel für Freundschaft und Wertschätzung und die Menschen von Comrie werden sein Erbe nützen und ehren."

Auch auf HuffPost:

Dieses Haus ist über 300 Jahre alt – unfassbar, wie es drinnen aussieht

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

(ca)