NACHRICHTEN
03/12/2016 10:29 CET | Aktualisiert 13/12/2016 07:59 CET

17-jähriger Afghane soll Studentin ermordet haben: Die vier wichtigsten Fragen im Fall Maria L.

Im Fall der 19 Jahre alten Studentin, die vor sieben Wochen am Fluss Dreisam in Freiburg vergewaltigt und getötet wurde, gibt es nach Polizeiangaben einen Ermittlungserfolg.

Ein Tatverdächtiger in dem Sexual- und Tötungsverbrechen sei gefasst, sagte Staatsanwalt Dieter Inhofer am Samstag in Freiburg. Er sprach von einem Erfolg.

1. Wer ist der Tatverdächtige?

Der Tatverdächtige sei ein 17 Jahre alter Afghane, der im vergangenen Jahr als Flüchtling in die Bundesrepublik kam, teilte die Polizei mit. Die Festnahme des Tatverdächtigen erfolgte am Freitagmittag im Freiburger Stadtteil Littenweiler.

Der Verdächtige machte bislang keine Angaben zur Tat.

2. Was war passiert?

Die Medizinstudentin hatte an der Universität eine Studentenparty besucht und war nachts mit ihrem Fahrrad auf dem Heimweg als sie am Ufer der Dreisam Opfer des Verbrechens wurde. Die Studentin starb durch Ertrinken. Ob sie aber ertränkt wurde oder nach dem Übergriff bewusstlos im Wasser lag, ist bislang unklar.

In der Nähe des Tatorts wurde ein weiteres Fahrrad gefunden. Sowohl an dem Fahhrad, als auch an dem Körper der getöteten Studentin wurde dieselbe männliche DNA gefunden. Einer Person konnte diese aber zunächst nicht zugeordnet werden.

Die Polizei hatte etwa 1400 Menschen vernommen und rund 1600 Hinweise geprüft.

3. Wie kam die Polizei dem Verdächtigen auf die Spur?

Ein auffälliges Haar, das in einem Dornengebüsch gefunden wurde, soll letztlich zu dem Tatverdächtigen geführt haben. Das Haar mit wichtigem DNA-Material soll18,5 Zentimenter lang und schwarz gewesen sein. Außerdem hatte es eine changierende Blondierung. Auch ein schwarzer Schal im Flussbett der Dreisam spielte nach Angaben der Polizei eine Rolle bei der Aufklärung des Sexual- und Gewaltverbrechens.

Kurz vor der Tat hatte sich ein junger Mann mit einem schwarzen Schal rund einen Kilometer von dem Tatort entfernt aufgehalten. Dies ergab die Auswertung von Videoaufzeichnungen der Freiburger Verkehrs-AG. Die Ermittler entdeckten in einer Videoauswertung von der Kameraüberwachung auch die markante schwarze Haarfrisur.

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, wurde seit dem 30. November nach dem Mann gefahndet. Am Freitag habe ihn dann eine Streife entdeckt und festgenommen.

4. Gibt es einen Zusammenhang mit dem Fall der getöteten Joggerin?

Drei Wochen nach dem Verbrechen in Freiburg wurde eine 27 Jahre alte Joggerin im 30 Kilometer entfernten Endingen ermordet. Die Polizei glaubt zwar nicht an einen Zusammenhang der beiden Verbrechen, konnte es bislang aber auch nicht ausschließen.

Auf der Pressekonferenz zur Festnahme sagte Inhofer am Samstag: "Wir haben bislang keine Verbindung zum Tötungsdelikt in Endingen". Man habe aber auch noch nicht alle Spuren ausgewertet. Die Sonderkommission "Erle" befragt in dem Endinger Fall Zeugen und wertet DNA-Spuren aus.

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