POLITIK
03/12/2016 13:07 CET | Aktualisiert 04/12/2016 08:44 CET

Grünen-Politiker Palmer bei Facebook gesperrt - weil er "Mohrenkopf" schrieb

  • Eine Zusammenfassung seht ihr im Video oben

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer polarisiert wie kaum ein anderer Grünen-Politiker. Seine harte Linie in Fragen der Flüchtlingspolitik etwa, gefällt in seiner Partei nicht jedem. Und sogar mit Facebook liegt Palmer jetzt im Clinch.

Das soziale Netzwerk sperrte das Profil des Politikers für 24 Stunden – offenbar weil dieser das Wort "Mohrenkopf“ in einem seiner Postings verwendet hatte. Der Begriff gilt als rassistisch konnotiert.

Palmer wollte in einem Post eine vier Jahre zurückliegende Geschichte aufgreifen. Damals gab es in Tübingen Streit um einen Konditor, der "Mohrenköpfe“ in seinem Angebot hatte. Palmer erklärte damals, er lehne den Gebrauch des Begriffs ab, wollte den Konditor jedoch nicht "im Namen der Stadt verurteilen“.

Jetzt postete er: "Was wurde aus dem Mohrenkopf?" Um eine alte Debatte, „zu einem Ende“ zu bringen, wie er im "Schwäbischen Tagblatt“ erklärte. Ein Nutzer meldete Palmer daraufhin offenbar. Facebook prüfte, ob es sich dabei um ein rassistisches Statement handelte – und schaltete Palmers Profil dann wieder frei.

Der reagierte gekränkt. "Facebook findet mich nicht pc (politically correct, d. Red.)“, schrieb er in einem neuen Post. Und warnte: "Wenn Facebook unseren Sprachgebrauch durch Sperren reglementiert, ist das der Anfang einer Zensur durch eine nicht erreichbare private Behörde.“

Auch im "Schwäbischen Tagblatt" teilte der Oberbürgermeister weiter gegen Facebook aus. Was er erlebt habe, sei eine "Zensur erstaunlichen Ausmaßes", eine "Orwellsche Sprachkontrolle“. Palmer wütete: "Da wird einem der Mund verboten – von einem Medium, das weltweit inzwischen eine wichtige Rolle spielt.“