POLITIK
02/12/2016 11:05 CET

Rassistische Angriffe auf Schauspieler in Österreich - Theater reagiert mit eindringlichem Appell

Rassistische Angriffe auf Schauspieler in Österreich - Theater reagiert mit eindringlichem Appell
Schauspielhaus Graz
Rassistische Angriffe auf Schauspieler in Österreich - Theater reagiert mit eindringlichem Appell

Zwei rassistisch motivierte Attacken auf Darsteller des Grazer Schauspielhauses haben in Österreich für eine Welle der Empörung gesorgt.

Am Tag nach dem Wahlsieg Donald Trumps in den USA soll ein Schauspieler mit ausländischen Wurzeln von einem älteren Mann auf die Straße geschubst worden sein. Das berichtet der Betroffene der österreichischen Tageszeitung "Standard“.

"Er schrie mich an: Jetzt kommen eh bald andere Zeiten, dann sind wir euch Ausländerg'sindel endlich los. Dann hamma unsere Heimat wieder", berichtet der Schauspieler, der anonym bleiben will.

Eine Schauspielerkollegin, die auf Spanisch telefonierte, wurde ebenfalls Opfer eines rassistischen Angriffs. So soll ein Mann sie mit den Worten 'Ihr Ausländerg'sindel, ihr mochts do noch unsere Häuser kaputt“ beschimpft und körperlich bedrängt haben.

Das Schauspielhaus reagierte auf die schockierenden Vorfälle. Am Eingang des Theaters hängten die Betreiber ein Schild auf.

angriffe

Betreiber zeigten sich bestürzt

Darauf eine eindringlicher Appell: "Wir hoffen und wünschen uns, dass das Land in dem wir leben und arbeiten weiterhin von Menschlichkeit, Solidarität und Freiheit geprägt ist. Wir glauben, dass Angst, Hetze und Spaltung die falschen Kräfte sind, die eine Gesellschaft leiten. Wir entscheiden uns für die Zuversicht!“

Martina Maier, Pressesprecherin des Schauspielhauses, sagte der Huffington Post, es gehe dem Theater darum, "auf aktuelle Entwicklungen aufmerksam zu machen.“

Maier weiter: "Das tun wir täglich mit den Mitteln des Theaters auf der Bühne. Im konkreten Fall war es uns darüber hinaus wichtig, dies auch mit einem Statement zu tun – um unsere Besorgnis darüber auszudrücken, dass diese Vorkommnisse möglich sind und in unserem Alltag passieren.“

Twitter-Nutzer berichteten nach dem Bekanntwerden der Vorfälle von ihren eigenen Erfahrungen mit Rassismus in Österreich.

Am Sonntag wählen die Österreicher

Am Sonntag steht in Österreich die Bundespräsidentenwahl an. FPÖ-Kandidat Norbert Hofer (45), der gerne mit rassistischen Ressentiments spielt, tritt gegen den Grünen-nahen Kandidaten Alexander Van der Bellen (72) an.

Der Ausgang der Wahl in Österreich gilt als völlig offen. Hofer wäre bei einem Sieg der erste Rechtspopulist an der Spitze eines Staates in Westeuropa.

In seiner abschließenden Wahlkampfrede schwor Hofer am Freitag seine Anhänger noch einmal auf Heimatliebe ein. "Wir müssen auch wieder stolz sein, Österreicher zu sein", sagte Hofer vor rund 200 Zuhörern im Festsaal der alten Wiener Börse. Das Erbe des Landes müsse in eine positive Zukunft weitergetragen werden. "Österreich zu lieben, darf aber niemals heißen, andere Länder gering zu schätzen", sagte der 45 Jahre alte Kandidat der FPÖ.

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(ks)