LIFESTYLE
02/12/2016 13:09 CET

Diese erstaunliche Veränderung passiert im Gehirn einer Frau, wenn sie ein Kind auf die Welt bringt

splendens via Getty Images
Diese erstaunliche Veränderung passiert im Gehirn einer Frau, wenn sie ein Kind auf die Welt bringt.

"Nachdem ich mein Baby zum ersten Mal gehalten habe, war ich einfach nur überwältigt. Alles hat sich verändert“ – So beschreiben viele junge Mütter den Moment, wenn sie ihr Baby nach der Geburt halten.

Studien zeigen, wie umfassend sich die Mutter selbst verändert, um optimal für ihr Baby sorgen zu können. Die Veränderungen betreffen vor allem das Gehirn, damit die Mutter die neue Situation meistern kann.

Das Gehirn von jungen Müttern wächst

Obwohl Frauen während der Schwangerschaft und der Stillzeit oft darüber klagen, wie schusselig und vergesslich sie sind, ist eher das Gegenteil der Fall. Sie blenden zwar das Umfeld aus - aber nur, um sich umso mehr auf das Baby fokussieren zu können.

So stellten Forscher des Institute of Mental Health fest, dass das Gehirn von Frauen wenige Wochen nach der Geburt ein höheres Volumen als vorher aufwies. Das ist sehr erstaunlich, wenn man bedenkt, dass die Gehirne von Erwachsenen eigentlich nur noch minimal wachsen können.

In Scans konnte gezeigt werden, dass die graue Substanz, eine wesentliche Komponente des Zentralnervensystems, in den Gehirnen junger Mütter zugenommen hatte.

Das Gehirn arbeitet auf Hochtouren

Vor allem in drei Gehirnbereichen hatte die graue Substanz zugenommen: In den Bereichen, die die Emotionen regulieren, die Gefahren erkennen und die für die Lösung von Problemen zuständig sind. Die Mutter reagiert hochsensibel auf alle Signale des Babys, um herauszufinden was es braucht, und um es vor potentiellen Gefahren zu schützen.

Gegenüber der amerikanischen Nachrichtenseite "The Atlantic" sagte die Neurologin Pilyoung Kim von der University of Denver: "Mütter denken die ganze Zeit an ihr Baby. Ist das Baby gesund? Krank? Satt?“ - das Gehirn arbeitet also auf Hochtouren, um den Nachwuchs versorgen zu können.

Junge Mütter fühlen sich wie Frischverliebte

Gleichzeitig verspüren die jungen Mütter dabei unglaubliche Zufriedenheit, denn ihr Körper schüttet Glückshormone aus. Schon während der Geburt wird die Produktion von Endorphinen angekurbelt – das wirkt angst – und schmerzlindernd. Endorphine sorgen zusammen mit anderen Hormonen wie Oxycotin für die Muttergefühle, das Empfinden dieser schier unendlichen Liebe und des Glücks beim Anblick des Babys.

Mehrere Studien zeigen, dass Mütter allein beim Betrachten ihres Babys Glücksgefühle empfinden. Tatsächlich geht es ihnen ähnlich wie Frischverliebten - weshalb sich die Beschreibungen junger Mütter oft wie Liebeserklärungen anhören.

"Wir sehen Veränderungen bei den Hormonen und im Gehirn“, sagte Gehirn-Forscherin Ruth Feldman gegenüber "The Atlantic“. "Bei den Müttern steigt das Oxytocin-Level dramatisch - schon während der Schwangerschaft und auch nach der Geburt. Je mehr die Mutter sich um das Kind kümmert, des höher steigt das Oxytocin-Level.“

Das Zusammenspiel aus Hormonen und veränderten Gehirnbereichen ist bei einer Depression gestört

Anders läuft es bei jungen Müttern, die unter einer Wochenbettdepression leiden - sie spüren diese Bindung zu ihrem Kind oft nicht und haben deshalb Schuldgefühle. Die Gründe für das Ausbleiben der sogenannten Muttergefühle können höchst unterschiedlich sein:

Ursachen könnten Hormonstörungen oder Veränderungen im Gehirn sein, aber auch psychische oder soziale Probleme. Frauen sollten sofort Hilfe suchen, wenn es ihnen nach der Geburt schlecht geht – denn eine Wochenbettdepression kann gut behandelt werden. Und sie sind nicht allein: Jede zehnte Mutter in Deutschland ist davon betroffen.

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(vr)