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22/04/2016 09:20 CEST | Aktualisiert 19/01/2018 15:18 CET

Studie: Dieses beliebte Medikament senkt die Sterberate bei Krebs um 20 Prozent

  • Eine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen im Text seht ihr im Video oben

Jeder Deutsche hat die neue Hoffnung der Medizin im Kampf gegen Krebs schon einmal eingenommen: Aspirin. Das Allzweckmittel gegen Schmerzen soll laut einer neuen Studie die Sterberate bei Krebs um 20 Prozent senken.

Peter Elwood von der Cardiff University erforscht seit Jahren, welche Auswirkungen der Wirkstoff des Aspirins, Acetylsalicylsäure, auf Krebserkrankungen hat.

Aspirin senkt das Darmkrebs-Risiko

Denn schon vor ein paar Jahren hatten Wissenschaftler herausgefunden, dass Acetylsalicylsäure das Darmkrebs-Risiko senken kann.

Seither sind viele Studien erschienen, die zeigen, dass Aspirin bei der Prävention und Bekämpfung von Krebs hilfreich sein kann, wie das Deutsche Krebsforschungszentrum auf seiner Webseite schreibt.

Allerdings kam es bei der Einnahme von Aspirin in den Versuchen auch zu Nebenwirkungen wie schweren Blutungen im Magen-Darm-Trakt. Deshalb forderten die Wissenschaftler weitere Forschungen, bevor das Medikament für Krebsprävention und –behandlung empfohlen werden kann.

Große Analyse zahlreicher Studien

Elwood und sein Team haben nun in einer großen Meta-Analyse von bisher veröffentlichten wissenschaftlichen Arbeiten zu Aspirin und Krebs neue Ergebnisse in dem Fachmagazin „PLOS ONE“ präsentiert.

„Unsere Überprüfung der uns verfügbaren Studien zeigt, dass niedrigdosiertes Aspirin zusammen mit anderen Therapien bei Patienten mit Brust-, Prostata- und Darmkrebs die Sterberate um 15 bis 20 Prozent senkt", sagte Elwood in einem Statement.

Das bedeutet, dass die Krebspatienten, die zusätzlich zu ihrer Behandlung noch Aspirin einnahmen, im Durchschnitt häufiger überlebten als die Krebspatienten, die auf das Medikament verzichteten.

Die Erhebung legt außerdem nahe, dass bei Darmkrebspatienten die heilende Wirkung des Aspirins vor allem im Zusammenspiel mit einer Genmutation namens PIK3CA auftrat. Diese Mutation wurde bei 20 Prozent der Studienteilnehmer gefunden.

Die Forscher betonen auch, dass die schweren inneren Blutungen bei keinem der untersuchten Studienteilnehmer lebensgefährlich waren.

Elwood rät Krebspatienten zur Einnahme von Aspirin

Allerdings gibt Elwood zu, dass weitere Forschungen notwendig seien, um die Ergebnisse der Erhebung zu verifizieren. Für Krebskranke, die möglicherweise nicht die Zeit haben, auf weitere Studienergebnisse zu warten, hat der Wissenschaftler folgenden Vorschlag:

“Wir raten Krebspatienten, mit ihrem Arzt über unsere Ergebnisse zu sprechen, damit sie eine durchdachte Entscheidung fällen können, ob sie niedrigdosiertes Aspirin in ihre Krebstherapie mit einbeziehen wollen oder nicht.“

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