POLITIK
22/04/2016 10:23 CEST | Aktualisiert 22/04/2016 10:27 CEST

Streit um Asylbewerberheim Blankenese: Niederlage für reiche Flüchtlingsgegner

Streit um Villen-Asylheim: Niederlage für reiche Flüchtlingsgegner
Thinkstock
Streit um Villen-Asylheim: Niederlage für reiche Flüchtlingsgegner

  • Flüchtlingsgegner in Blankenese verlieren vor Gericht

  • Die Bauarbeiten gehen also weiter, erste Bäume wurden gefällt

Der Streit um den Bau einer Flüchtlingsunterkunft im Hamburger Nobelstadtteil Blankenese geht in die nächste Runde. Nachdem es den überwiegend gut situierten Bewohnern des Villen-Viertels längere Zeit gelungen war, den Baubeginn mit teils radikalen Mitteln hinauszuzögern, wendet sich jetzt offenbar das Blatt.

Am Donnerstag haben die Hamburger Behörden damit begonnen, die ersten Bäume zu fällen. Der Bau des Asylbewerberheims rückt damit immer näher. 192 Flüchtlinge und Asylbewerber sollen dort in neun Pavillons untergebracht werden.

Zuvor hatte das Gericht den Baustopp aufgehoben, den die Anwohner erwirkt hatten. Ein Gutachter stellte fest, dass sich auf dem Grundstück am Björnsonweg keine geschützten Arten befinden, teilte der Zentrale Koordinierungsstab Flüchtlinge mit.

Gericht urteilt eindeutig

Beendet ist der Rechtsstreit über den Bau des Pavillondorfes allerdings noch nicht. Das Eilverfahren gegen die Folgeunterbringung läuft weiter, eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts stehe noch aus.

Zuletzt hatten linke Aktivisten zu einem "Blankeneser Kettensägen Massaker" aufgerufen. Zuletzt hatten sie jedoch dann doch darauf verzichtet, auch nur einen einzigen Baum zu fällen.

Mit Hilfe dieses Signals wollten sie auf die aus ihrer Sicht mangelnden Solidarität des Nobel-Stadtteils der Hansestadt aufnehmen. Denn eine große Zahl der meist sehr wohlhabenden Bewohner Blankenese versuchen bereits seit Monaten, die Ansiedlung einer Flüchtlingsunterkunft in ihrem Viertel zu verhindern.

Auch auf HuffPost:

Erdogan stellte Anzeige: ZDF-Intendant Thomas Bellut zum "Fall Böhmermann"

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

(sk)