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21/04/2016 10:44 CEST | Aktualisiert 30/09/2016 09:22 CEST

Anschlag auf Sikh-Tempel in Essen: Verbindung zum IS vermutet

Anschlag auf Sikh-Tempel
dpa
Anschlag auf Sikh-Tempel

  • Nach einem Sprengstoffanschlag auf ein Essener Sikh-Gebetshaus hat die Polizei zwei Männer festgenommen

  • Laut Recherchen von "Report München" soll es Bezüge zum IS geben

  • Das Polizeipräsidium bestätigte diese Annahme mittlerweile der "Bild"

Nach dem Sprengstoffanschlag auf ein Sikh-Gebetshaus in Essen hat die Polizei zwei Männer festgenommen. Sie seien dringend tatverdächtig, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Die Festnahmen seien nach Hinweisen aus der Bevölkerung in Gelsenkirchen und Essen erfolgt. Einzelheiten wollen die Ermittler am Nachmittag bei einer Pressekonferenz mitteilen.

Recherchen des ARD-Politmagazins "Report München" zufolge soll es wohl Bezüge zwischen dem Sprengstoffanschlag auf den Tempel und Sympathisanten der IS-Terrormiliz geben, berichtet der "Bayerische Rundfunk". Demnach sollen bei der Auswertung von Daten bezüglich des Hauptverdächtigen Yusuf T. Hinweise gefunden worden sein, die ihn mit der Terrormiliz in Verbindung bringen sollen.

Verbindungen zu "Lohberger-Brigade"

Nach den Recherchen soll der Verdächtige bereits in islamischen Zirkeln des Ruhrgebiets aufgefallen sein. Auch Verbindungen zur islamistischen "Lohberger-Brigade" und zu "LIES"-Ständen zur Koranverteilung sollen demnach bestehen. Laut "Report München" soll auch die Facebook-Seite Yusuf T.'s Kontext zur Propaganda des IS nahelegen.

Am Samstag war nach einer indischen Hochzeit am Eingang des Essener Zentrums der Religionsgemeinschaft Sikh ein Sprengsatz detoniert. Drei Menschen wurden verletzt, einer von ihnen schwer. Am Mittwoch hatte die Polizei zwei zunächst festgenommene Männer wieder auf freien Fuß gesetzt, weil sich bei ihnen der Tatverdacht nicht erhärten ließ.

Update: 14:40 Uhr:

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung sollen die beiden mutmaßlichen Täter erst 16 Jahre alt sein. NRW-Chefreporter Frank Schneider berichtet, der Essener Polizeipräsident habe bestätigt, dass es sich um islamistischen Terror handeln soll.

Mit Material von dpa

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