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21/04/2016 23:41 CEST | Aktualisiert 23/06/2016 14:35 CEST

Todesursache von Prince: Das sind alle Fakten und Spekulationen

  • Einen Tag nach dem Tod von Prince wird ein Selbstmord von der Gerichtsmedizin ausgeschlossen

  • Es wird über eine Überdosis Schmerzmittel spekuliert

Nur wenige Stunden nach dem Tod der Pop-Legende Prince begannen die Spekulationen über die Todesursache.

Sicher sind bisher nur diese Fakten:

  • Die Polizei hatte am Donnerstag in einem Statement ein Fremdeinwirken ausdrücklich nicht ausgeschlossen.
  • Zudem wurde ein toxikologisches Gutachten in Auftrag gegeben.
  • Am Todesort wurden Ermittlungen aufgenommen - die Polizei durchsucht das Anwesen.
  • Eine Sprecherin der Gerichtsmedizin sagte am Freitag, dass eine erste Obduktion keine Hinweise auf Verletzungen oder Selbstmord ergeben habe.

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Am Freitag hat die Polizei im US-Bundesstaat Minnesota Details zu den Ermittlungen bekanntgegeben. Sheriff Jim Olson gab an, dass die Ermittler nicht von einem Selbstmord ausgehen.

"Wir haben zu diesem Zeitpunkt keinen Grund zu glauben, dass dies ein Suizid war", so Olson. Nach seinen Angaben wurden bei der vierstündigen Obduktion auch keine Spuren von äußeren Einwirkungen oder Verletzungen gefunden.

Spielten Drogen eine Rolle?

In den Medien kam der Verdacht auf, dass Drogen oder Medikamente eine Rolle gespielt haben könnten.

Prince starb im Alter von 57 Jahren am Donnerstag in seinem zum Studio ausgebauten Anwesen in einem Vorort von Minneapolis. Nach Polizeiangaben wurde er dort regungslos in einem Aufzug von Beamten vorgefunden.

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Wie Sheriff Jim Olson am Donnerstag sagte, wurde der Musiker dort von Beamten entdeckt, die zu seinem Anwesen bei Minneapolis im US-Staat Minnesota gerufen worden waren.

Demnach versuchte medizinisches Personal vergeblich, den 57-Jährigen wiederzubeleben. Prince sei um 10.07 Uhr morgens für tot erklärt worden.

Ein Abschrieb des Notrufs, der gestern veröffentlicht wurde, widerspricht dieser Darstellung allerdings. Demnach hat das Rettungspersonal nur den Tod des Musikers festgestellt.

"Ja, es ist Prince!"

Während des Gesprächs mit der Polizei kann der Anrufer die Adresse des Anwesens nicht nennen und sagt nur "Ich bin im Haus von Prince". Er gibt widersprüchliche Informationen: Einmal sagt er, der Musiker sei bewusstlos, dann wieder, er würde nicht atmen, dann wieder, er sei tot. Im Hintergrund sind eine weitere Frau und ein Mann zu hören.

Der Polizist am Telefon sagt: "Sie sind in Paisley Park. Ok, das ist in Chanhassen. Und sie sind bei der Person die ..."

"Ja, es ist Prince!"

"Ok", antwortet der Polizist.

"Die Person...", sagt der Anrufer.

Die Polizei ruft die Rettungsstelle an und schickt einen Krankenwagen zu dem Anwesen, das sich in der Audubon Road befindet.

In einem Rückruf der Rettungsstelle ist zu hören: "Sie können alle zurückrufen, die nach Aubudon geschickt wurden. Es ist ein bestätigter Tod bei Eintreffen." Die Rettungsstelle benutzt dabei die Abkürzung "DOA" für "Dead on Arrival".

Ein Hüftleiden fügte ihm schwere Schmerzen zu

In Medien wird nun über einen Tod durch eine Überdosis an Schmerzmitteln spekuliert.

Sicher ist, dass Prince regelmäßig Schmerzmittel nahm. Die Sängerin Sheila E., die einst mit Prince verlobt gewesen war, bestätigte dies nach dem Tod des Sängers gegenüber "ET online".

Er hatte ein sehr schmerzhaftes Hüftleiden, das eigentlich durch eine Operation hätte behandelt werden müssen. Aus diesem Grund war er auf Bildern oft mit einem Gehstock zu sehen. Er lehnte eine Operation allerdings ab, da er den Zeugen Jehovas beigetreten war. Der Eingriff hätte eine Blutransfusion notwendig gemacht, was die Sekte strikt ablehnt.

Die US-Nachrichtenportale "ET Online" und "TMZ" berichten, dass Prince das Schmerzmittel Percocet nahm. Dies ist ein Kombinationspräparat, das aus einem Opiat und dem Schmerzmittel Paracetamol besteht. Es macht schnell abhängig.

"ET Online" beruft sich dabei auf eine "Quelle, die der Situation sehr nahe" sei. Demnach habe der Sänger zudem eine Grippe gehabt, die sich zu einer Lungenentzündung ausgeweitet habe.

Im Zentrum der Überdosis-These steht ein Vorfall, der sich Mitte April ereignete. Prince war Berichten zufolge im US-Staat Illinois in ein Krankenhaus eingeliefert worden, als er auf dem Rückweg von einem Konzert war. Redakteure des Portals "TMZ" berichteten in einem Video auf Facebook, dass Prince wegen einer Überdosis an Opiaten behandelt worden sei.

Demnach sei sein Privatjet in Moline, Illinois gelandet - nur 48 Minuten von seinem Zielflughafen entfernt. Dies lässt die Darstellung seines Managements, dass es sich nur um eine Grippe gehandelt habe, nicht sehr glaubwürdig wirken. Er sei noch im Flugzeug medizinisch behandelt worden.

Toxikologische Tests können Wochen dauern

TMZ schreibt, dass verschieden Quellen dem Portal berichtet hätten, dass Prince im Krankenhaus ein "save shot", ein Gegenmittel zur Wirkung von Opiaten, verabreicht wurde.

Die Ärzte wollten den Musiker einen Tag zur Beobachtung im Krankenhaus behalten. Prince wollte aber gegen den Rat der Ärzte das Gebäude verlassen, da es kein Privatzimmer für ihn gab. Er sei daher nach nur drei Stunden entlassen worden und habe sich "in keinem guten Zustand" befunden.

Die Polizei habe bei dem Krankenhaus medizinische Unterlagen angefordert. Von anderen Quellen wurde diese Information allerdings noch nicht bestätigt.

Sicherheit zur Todesursache wird es erst geben, wenn das toxikologische Gutachten vorliegt. Das kann allerdings dauern. In der Regel benötige der Gerichtsmediziner einige Tage für vorläufige Ergebnisse. Toxikologische Tests dauerten üblicherweise Wochen.

Mit Material der AP

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