POLITIK
21/04/2016 12:56 CEST | Aktualisiert 21/04/2016 13:38 CEST

Ungarischer Regierungschef Orbán attackiert Merkel: "Wie ein Lastwagenfahrer!"

Orban attackiert Merkel: "Wie ein Lastwagenfahrer!"
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Orban attackiert Merkel: "Wie ein Lastwagenfahrer!"

  • Nach den versöhnlichen Worten vom Dienstag hat Viktor Orbán Angela Merkel erneut attackiert

  • Der ungarische Regierungschef kritisierte den EU-Deal mit der Türkei

  • Die EU habe sich "der Türkei ausgeliefert"

Bei seinem Treffen mit Altkanzler Helmut Kohl hatte der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán noch versöhnliche Worte an Bundeskanzlerin Angela Merkel gerichtet. "Seite an Seite“ gehe sein Land in der Flüchtlingskrise mit Berlin. Jetzt stehen die Zeichen in Budapest wieder auf Angriff: Merkel habe die EU "der Türkei ausgeliefert“, sagte Orban der "Wirtschaftswoche“. Die Kanzlerin sei "wie ein Lastwagenfahrer“.

"Merkel kann gar nicht schwach werden"

Mit dem Bild reagiert Orbán auf Stimmen, die behaupten, die Kanzlerin sei durch die Flüchtlingskrise geschwächt. "Sie ist wie ein Lastwagenfahrer und kann nicht einfach so tun, als ob sie in einem VW Golf säße“, sagte der ungarische Premier wortwörtlich. Merkel könne mit dem starken Deutschland im Rücken "gar nicht schwach werden“.

Positiv meint Orbán das wohl kaum. Den EU-Türkei-Deal, für den Kanzlerin Merkel sich wochenlang gegen große Widerstände aus In- und Ausland stark gemacht hatte, kritisierte der Ungar scharf. Die Sicherheit der Europäischen Union dürfe sich nicht in der Hand einer Macht außerhalb der EU befinden, erklärte Orbán.

"Ende nicht absehbar"

Der Fall Böhmermann zeige die Konsequenzen dieser Auslieferung. "Wenn man auf das Wohlwollen eines Landes so angewiesen ist, kann es zu solchen Unfällen wie bei Böhmermann kommen“, so Orbán.

Noch am Dienstag hatte Orbán Merkel nach seinem Treffen mit Kohl "die besten Wünsche“ übermittelt und angekündigt, sie mit "weiteren Anregungen“ unterstützen zu wollen.

Mit solchen Anregungen könnte Orbán die Aufkündigung des Abkommens mit der Türkei gemeint haben.

Die EU-Mitgliedsstaaten hätten bereits drei Milliarden Euro an die Türkei gezahlt, bald würden die nächsten drei Milliarden fällig, kritisierte der ungarische Ministerpräsident – und mahnte: "Wo das endet, ist nicht absehbar“.

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(lk)