POLITIK
21/04/2016 11:48 CEST | Aktualisiert 21/04/2016 15:50 CEST

"Sie haben unerschöpfliche Hoffnung": Wie ein Fotograf den Alltag der Flüchtlingskinder in Idomeni erlebt hat

Das Flüchtlingslager in Idomeni ist weltweit inzwischen zum Synonym für Verzweiflung, ein Leben im Dreck und Europas unentschiedenen Umgang mit der Flüchtlingskrise geworden.

Mehrere tausend Flüchtlinge harren in diesem selbsterrichteten Zeltlager aus und warten auf ihre Weiterreise nach Zentraleuropa, die wahrscheinlich nie kommen wird. Unter den Flüchtlingen sind Tausende Kinder.

Ihnen habe ich eine Fotostrecke gewidmet, die etwas Erstaunliches zeigt: die Freude und den Mut, den die Kinder an den Tag legen. Aber auch das Warten in Ungewissheit.

2016-04-20-1461163427-5959131-14.3.jpg

Die Kinder spielen an der Grenze, die über ihre Zukunft bestimmt: Am Grenzübergang zwischen Griechenland und Mazedonien.

2016-04-20-1461163540-4880050-25.jpg

Im Lager gibt es klare Aufgaben für die Kinder wie Trinkwasser und Feuerholz zu beschaffen oder sich für die Familie für Essensrationen anzustellen.

2016-04-20-1461166475-3745850-P3110020.JPG

2016-04-20-1461163567-2313722-IDOM0072.JPG

Der schwierige Alltag der Kinder wird immer wieder durch Spiele unterbrochen. Trotz der Verzweiflung, die in Teilen des Lagers herrscht, schafft das eine Stimmung der Normalität.

2016-04-20-1461163602-2952717-IDOM0109.JPG

2016-04-20-1461163826-4931902-IDOM0508.JPG

2016-04-20-1461163670-683088-IDOM0123.JPG

Im Lager sind Kinder aus der ganzen Welt. Aber nur die Syrer haben überhaupt Hoffnung, weiterzureisen. Mazedonien hatte Menschen aus Pakistan und Afghanistan an der Grenze immer wieder abgewiesen. Seit einigen Woche ist aber auch die Weiterreise für die Syrer nicht mehr möglich.

2016-04-20-1461163712-3825767-IDOM0449.JPG

2016-04-20-1461163764-6222176-IDOM0474.JPG

Im Lager beobachtete ich auch Momente der Melancholie, wenn Kinder einfach für Minuten in die Ferne starrten.

2016-04-20-1461163793-8494666-IDOM0488.JPG

2016-04-20-1461166714-142821-P3110596.JPG

Beeindruckt hat mich vor allem, mit welchem Respekt sich die Menschen jeden Tag wieder begegnet sind und mit welcher Disziplin und scheinbar unerschöpflicher Hoffnung sie die Tage im Lager aushalten.

2016-04-20-1461163867-5624966-IDOM0527.JPG

2016-04-20-1461166752-3360044-P3120125.JPG

2016-04-20-1461163980-9599742-P3090316.JPG

Vor allem in den vergangenen Wochen war das Wetter erbärmlich. Dann verwandelte sich das Lager der Flüchtlinge teilweise in eine riesige Pfütze. Mehr als ein paar Fetzen Plastik blieben häufig nicht, um sich vor dem Regen zu schützen.

2016-04-20-1461165937-9412344-P3100186.JPG

2016-04-20-1461166785-7590783-P3130121.JPG

Am Ende meines Aufenthalts verlasse ich Idomeni mit gemischten Gefühlen. Niemand weiß, wie es hier in den nächsten Tagen weitergeht. Die griechische Regierung droht immer wieder mit der Räumung des Lagers. Hoffnung macht das den Familien, die auf ein besseres Leben hoffen, nicht.

2016-04-20-1461165999-5174150-P3100340.JPG

Auch auf HuffPost:

Restaurantbesitzer gibt perfekte Antwort auf schlechte Kunden-Kritik

Für die Huffington Post Deutschland ist der 21. April ein besonderer Tag: Peter Maffay ist heute unser Chefredakteur. Er gibt Impulse, lässt Texte schreiben und führt Interviews.

Ein Schwerpunkt sind die vielen traumatisierten Flüchtlingskinder, die seit Monaten zu Tausenden in Deutschland ankommen.

Leseempfehlungen:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

(glm)