POLITIK
21/04/2016 05:26 CEST

Freitaler AfD-Politiker nimmt mutmaßliche Rechtsterroristen in Schutz

Freitaler AfD-Politiker nimmt Rechtsextremisten in Schutz
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Freitaler AfD-Politiker nimmt Rechtsextremisten in Schutz

  • Der Freitaler AfD-Vorsitzende Norbert Mayer relativiert den rechten Terror in seiner Gemeinde

  • Die fremdenfeindlichen Vorfälle in Freital wären "medial überhöht" worden

Am vergangenen Dienstag nahmen Spezialeinheiten der GSG9 im sächsischen Freital fünf mutmaßliche Rechtsterroristen fest. Ein weiterer Tiefpunkt für die sächsische Gemeinde, die immer wieder wegen fremdenfeindlichen Vorfällen in die Schlagzeilen geraten war.

Norbert Mayer, Fraktionsvorsitzender der AfD in Freital, versteht diese Aufregung nicht: In einem Facebook-Post nahm er die festgenommenen rechten Extremisten in Schutz.

Mayer schrieb bei Facebook: "Passt bloss auf, daß bei euch niemand Polenböller kauft, sonst kommt später die GSG9 zu Euch!“ (Fehler im Original, Anm. d Red.)

Die in Freital festgenommenen Rechtsextremen sollen im vergangenen Herbst Asylbewerberheime in Freital und ein alternatives Wohnprojekt in Dresden mit Steinen und Feuerwerkskörpern angegriffen haben. In den Wohnungen wurden so genannte "Polenböller“ sichergestellt, in Deutschland illegale Pyrotechnik mit hoher Sprengkraft.

Mayer weiter: "Wenn in Freital Straftaten begangen werden, müssen die aufgeklärt, verfolgt und geahndet, werden, keine Frage. (...)“ Die in Freital begangenen Taten wären aber „medial hochgespielt“ worden.

Das habe auch damit zu tun, dass "der bei der Antifa mitmischende Sohn eines SPD-Ministers bedroht wurde“. Ironisch fügt er zur Antifa bei: "Der Inbegriff linker, Gewaltlosigkeit’“.

Dem AfD-Stadtratsvorsitzenden scheint das Image Freitals am Herzen zu liegen. Dabei scheint Mayer den Eindruck zu haben, Linke und Medien seien eine größere Gefahr als rechte Terroristen. Es waren ja nur Polenböller.

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