POLITIK
21/04/2016 05:46 CEST

Dieses EU-Land soll künftig die meisten Syrien-Flüchtlinge aufnehmen

Dieser EU-Staat wird künftig am meisten Syrien-Flüchtlinge aufnehmen
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Dieser EU-Staat wird künftig am meisten Syrien-Flüchtlinge aufnehmen

  • Die Vorbereitung für die geregelte Aufnahme von Syrien-Flüchtlingen aus der Türkei stehen vor dem Abschluss.

  • Danach will Deutschland monatlich 100 Asylbewerber aus Syrien aufnehmen.

  • Ziel sei es, die geflüchteten Menschen vor allem in ländlichen Bereichen unterzubringen.

Nach den Startschwierigkeiten des Flüchtlingsaustauschs zwischen der EU und der Türkei wollen die EU-Staaten nun Ordnung in die Verteilungsfrage syrischer Flüchtlinge bringen - zunächst für vier Monate. Am heutigen Donnerstag werden sich die Mitgliedsstaaten auf ein konkreter Verteilungsschlüssel für diesen Zeitraum einigen, heißt es aus EU-Kreisen.

Deutschland würde demnach monatlich 100 Syrien-Flüchtlinge aufnehmen, die derzeit in der Türkei leben. Insgesamt könnten aus dem Land pro Monat rund 1100 Menschen in die EU umgesiedelt werden.

Norwegen, Frankreich und Italien werden die meisten Flüchtlinge aufnehmen

Hintergrund der Verteilungspläne ist das neue Flüchtlingsabkommen der EU mit der Türkei. Es sieht die Rückführung nahezu aller Migranten vor, die illegal aus der Türkei auf griechische Inseln übersetzen. Für jeden Syrer, der von den griechischen Inseln in die Türkei zurückgebracht wird, soll im Gegenzug ein Syrer legal und auf direktem Wege in die EU umgesiedelt werden.

Erarbeitet wurden die Pläne der niederländischen EU-Ratspräsidentschaft auf Grundlage von Aufnahme-Zusagen, die die EU-Staaten bereits im vergangenen Sommer gemacht hatten. Am meisten Flüchtlinge pro Monat würden demnach Norwegen (218), Frankreich (148) und Italien (118) aufnehmen.

Flüchtlinge sollen auf ländliche Regionen verteilt werden

Die Bundesregierung pocht darauf, mehr Flüchtlinge auf ländliche Regionen zu verteilen. "Vor allem zielen wir zunächst auf den mittleren Bereich, mittlere Städte", sagte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) der "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Das wolle er mit den Ländern besprechen und beschließen.

Bei der Integration in ländlichen Gebieten rechnet der CSU-Politiker mit einem größeren Erfolg als in eher anonymen Städten. Zumal die Eingliederung der Flüchtlinge eine "gesamtgesellschaftliche Aufgabe" sei, bei der man keinen "Bogen um den ländlichen Raum schlagen" dürfe. Auch aus finanzieller Sicht zieht Schmidt die Unterbringung auf dem Land den größeren Städten vor: "Dort, wo Wohnraum zur Verfügung steht und günstig ist, sollte man den auch nutzen."

Mit Material der dpa

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