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21/04/2016 07:22 CEST | Aktualisiert 21/04/2016 07:22 CEST

Blitz-Marathon: Hier werden Raser heute geblitzt

In zehn Bundesländern wird heute wieder verstärkt geblitzt
dpa
In zehn Bundesländern wird heute wieder verstärkt geblitzt

Der Blitz-Marathon in zehn deutschen Bundesländern läuft, an Hunderten Orten kontrolliert die Polizei verstärkt die Geschwindigkeit!

Es geht nach offiziellen Angaben um die Unfall-Prävention - und daher können Verkehrsteilnehmer auch vorab an den verschiedenen Stellen nachschauen, wo in ihrer Region geblitzt wird:

  1. Bayern: Das Innenministerium hat die Messstellen veröffentlicht
  2. Berlin: Laut der Zeitung "Morgenpost" gibt es verschiedene Messstellen in der Hauptstadt, die dort auch gelistet werden
  3. Brandenburg: Das Polizeipräsidium hat hier eine Liste der Messorte hinterlegt
  4. Hamburg: Für den Blitz-Marathon in Hamburg hat die Polizei die Messstellen bekannt gegeben.
  5. Hessen: Bis zirka 12 Uhr am Donnerstag stellt die Polizei hier alle Blitz-Orte zum Abrufen bereit
  6. Nordrhein-Westfalen: Die News-Plattform "RP online" hat die bekannten NRW-Messstellen
  7. Saarland: Das Innenministerium listet hier die Messstellen für Donnerstag auf
  8. Sachsen-Anhalt: Das Innenministerium bietet euch hier einen Überblick über die Messstellen im Land an
  9. Schleswig-Holstein: Die Landesregierung bietet hier eine Liste der Blitzer während des Marathons an
  10. Thüringen: Der MDR bietet eine Liste zum Blitz-Marathon in Thüringen

Wichtig ist: Die Listen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Daher ist es nur sinnvoll - wie an jeden Tagen - vorsichtig und angepasst zu fahren.

Nicht dabei sind in diesem Jahr mindestens fünf Bundesländer: Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Bremen. Noch offen war die Entscheidung zunächst in Mecklenburg-Vorpommern.

Kein Blitz-Marathon wegen Terrorgefahr

Sachsens Innenministerium erklärte den Verzicht mit "unverhältnismäßig" hohem Planungs- und Personalaufwand. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) hatte bereits im November 2015 gesagt, dass die Polizei angesichts größerer Terrorgefahr auf weniger Wichtiges verzichten müsse - als Beispiel nannte er überregionale Großkontrollen wie den Blitz-Marathon.

Der "Focus" berichtete am Wochenende zudem, Niedersachsen verzichte wegen des Besuchs des amerikanischen Präsidenten Barack Obama am Sonntag auf den Blitz-Marathon.

Außerdem hege Innenminister Boris Pistorius (SPD) Zweifel an dessen Sinn: "Unser Ziel, die Zahl der Unfälle, Verunglückten und vor allem Getöteten nachhaltig zu senken, haben wir bisher mit dem Blitzer-Marathon nicht erreicht", sagte er dem Magazin.

Blitz-Marathon: Geschwindigkeitskontrolle von 6 bis 22 Uhr

Dennoch soll in mehr als 20 europäischen Staaten von 6 bis 22 Uhr geblitzt werden. In den vergangenen Jahren war meist jeweils 24 Stunden kontrolliert worden. Doch Experten meinen, die Wirksamkeit sei beim jetzt gewählten Zeitraum höher.

Der Blitz-Marathon kann nach einer ADAC-Mitteilung einen Beitrag leisten, den Verkehrsteilnehmern die Gefahren von zu schnellem Fahren bewusst zu machen und sie zu sensibilisieren.

Der Club empfiehlt aber, die Geschwindigkeitsüberwachung auf notorische Raser zu fokussieren. Dazu müsse vorrangig nachts, an Wochenenden und auf Motorradstrecken kontrolliert werden. Die massenhafte Ahndung geringfügiger Überschreitungen im Berufsverkehr fülle zwar Kassen, trage aber kaum zu mehr Verkehrssicherheit bei.

Beim Blitz-Marathon im vergangenen Jahr hatte die Polizei in Deutschland mehr als 91.000 Raser erwischt. Den offiziellen Angaben zufolge waren knapp drei Prozent der kontrollierten 3,2 Millionen Fahrzeuge zu schnell unterwegs.

Zum Blitz-Marathon

Der erste Blitz-Marathon fand 2012 in Nordrhein-Westfalen statt. Innenminister Ralf Jäger (SPD) reagierte damit auf die zuvor gestiegene Zahl der Toten bei Verkehrsunfällen: "Wir müssen die Menschen zum Nachdenken bringen, wie häufig sie tödliche Risiken im Straßenverkehr eingehen."

Raser in ganz Nordrhein-Westfalen standen 24 Stunden lang unter besonderer Beobachtung: 3000 Polizisten kontrollierten mehr als 450.000 Verkehrsteilnehmer. Kurz darauf kündigte Jäger an, den Blitzmarathon zu wiederholen. Im Oktober 2013 gingen nach einem Beschluss der Innenminister erstmals bundesweit Polizisten in Lauerstellung.

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(cho)