POLITIK
21/04/2016 03:25 CEST | Aktualisiert 21/04/2016 04:12 CEST

Björn Höcke: "Deutschland muss zum Austritt aus der Nato bereit sein"

Björn Höcke: "Deutschland muss zum Austritt aus der Nato bereit sein"
Jens Schlueter via Getty Images
Björn Höcke: "Deutschland muss zum Austritt aus der Nato bereit sein"

  • AfD-Mann Björn Höcke stellt die Mitgliedschaft Deutschlands in der Nato infrage

  • Gegenwind bekommt er aus dem Bundesvorstand seiner Partei

Björn Höcke, Chef der Thüringer AfD, macht sich für einen Austritt Deutschlands aus der Nato stark: "Wenn sich die Nato-Strategie nicht umgehend und grundsätzlich ändert, wovon in der jetzigen bündnisinternen Machtkonstellation nicht ausgegangen werden kann, muss Deutschland, um den Frieden in Europa zu sichern, auch zu einem unkonventionellen Schritt bereit sein“, sagte Höcke der "Welt".

Wenn sich herausstelle, dass die Nato nicht reformierbar sei, solle Deutschland aus dem "ehemaligen Vertragsbündnis“ austreten, so Höcke weiter. Höcke positioniert sich damit erneut als rechter Hardliner innerhalb der AfD.

Gegenwind aus dem Bundesvorstand

In der Partei wird seit längerem über die Mitgliedschaft Deutschlands im Atlantischen Bündnis diskutiert. Im Vorfeld des Bundesparteitags am 30. April in Stuttgart nimmt der Streit dabei neue Ausmaße an.

Gegen Höcke positionierte sich Georg Pazderski, Bundesvorstandsmitglied der AfD. Pazderski sagte, Deutschland brauche die Nato-Mitgliedschaft, um gegen Gefahren gewappnet zu sein und sich nicht durch Isolierung erpressbar zu machen.

Ein Austritt würde einen Sonderweg bedeutet, "der unser Land schon zwei Mal in die Katastrophe geführt hat“, erklärte Pazderski weiter.

Solidarität mit Russland

Höcke verwies in seiner Kritik vor allem auf die Haltung der Nato gegenüber Russland. "Wenn Nato-Panzer 150 Kilometer von der zweitgrößten russischen Stadt, Sankt Petersburg, entfernt Stellung beziehen, liegt das nicht in deutschem Interesse“, zitiert ihn "Die Welt“.

Bereits im Grundsatzprogramm der AfD, über das beim Bundesparteitag abgestimmt werden soll, hatte die AfD erklärt: "Das Verhältnis zu Russland ist für Deutschland, Europa und die Nato von maßgeblicher Bedeutung, denn Sicherheit in und für Europa kann ohne Russlands Einbindung nicht gelingen“.

Ein Austritt der Nato stehe dabei bislang nicht zur Diskussion – Höcke und der rechte Rand der AfD wollen das nun wohl ändern.

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