POLITIK
20/04/2016 11:38 CEST

Terroranschlag in Brüssel: "Mann mit Hut" womöglich nicht gefasst

Handout . / Reuters
Der "Mann mit Hut" am Flughafen Zaventem.

  • Der mutmaßliche Brüssel-Attentäter Abrini deckt womöglich eine flüchtige Person

  • Von Abrini wurden bisher keine Fingerabdrücke am Tatort gefunden

  • Es wird nach einem weiteren Mitglied der Terrorzelle gefahndet

Mohamed Abrini wurde am 8. April in Brüsseler Stadtteil Anderlecht festgenommen. Er behauptete, der "Mann mit Hut" zu sein, den die Überwachungskameras am Flughafen Brüssel-Zaventem aufzeichneten.

Keine Fingerabdrücke von Abrini

Doch nun kommen erste Zweifel an der Aussage des 31-Jährigen auf. Wie die "Welt" berichtet, schützt Abrini womöglich eine noch flüchtige Person.

Belgischen Ermittlerkreisen zufolge sei der Islamist vielleicht gar nicht der "Mann mit Hut", denn bislang sollen keine Fingerabdrücke oder DNA-Spuren des Terrorverdächtigen am Flughafen gefunden worden sein.

Der Mann, der den Kofferwagen mit dem Sprengsatz auf den Aufnahmen der Überwachungskamera schob, trug dabei allerdings keine Handschuhe.

Suche nach weiterem Mitglied der Terrozelle

Außerdem meldet die "Welt", dass momentan eine Suche nach einem möglichen weiteren Mitglied der Terrorzelle läuft. Dabei soll es sich um einen von drei Islamisten handeln, den Paris-Attentäter Salah Abdeslam in der Nacht vom 2. auf den 3. Oktober in Ulm abholte – rund sechs Wochen vor den Anschlägen in der französischen Hauptstadt.

Abdeslam wurde am 19. März im Brüsseler Stadtteil Molenbeek gefasst. Zuvor war der 26-Jährige bereits mit einem Mietwagen aus Ungarn am 9. September in Ulm.

Mit im Wagen saßen ein gewisser Najim Laachraoui alias Soufiane Kayal und ein Mohammed Aziz Belkaid alias Samir Bouzid. Wie die belgische Staatsanwaltschaft mitteilte, handelt es sich bei Laachraoui um den zweiten Selbstmordattentäter vom Brüsseler Flughafen. Belkaid war ein früherer IS-Kämpfer. Das Trio erklärte, auf Urlaubsfahrt zu sein, und durfte weiterfahren, weil nach keinen der Männer gesucht wurde, berichtet die Wochenzeitung "Kontext".

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