POLITIK
20/04/2016 10:07 CEST | Aktualisiert 20/04/2016 10:19 CEST

Die Rundfunkgebühr soll sinken - doch jetzt wehrt sich die ARD

dpa

  • Die ARD spricht sich gegen eine Senkung des Rundfunkbeitrags aus

  • Der Sender spricht von möglichen Rücklagen für einen späteren Finanzbedarf

  • Auch hr und BR hatten sich zuletzt kritisch geäußert

Die ARD hält die von der Finanzkommission KEF empfohlene Senkung des Rundfunkbeitrags für den falschen Weg. "Wir haben klar gegen eine Senkung plädiert", sagte die ARD-Vorsitzende und MDR-Intendatin Karola Wille am Mittwoch in Potsdam.

"Wir haben in unserer Stellungnahme gegenüber den Ländern zwei Dinge deutlich gemacht: Zum Einen, dass in der Empfehlung der KEF noch ein paar Risiken drinstecken, beispielsweise nicht berücksichtigte Ertragsausfälle", sagte Wille.

Rücklagen für einen späteren Finanzbedarf?

"Und man hätte natürlich die Möglichkeit, wenn man jetzt erneut wie in den vergangenen Jahren eine Rücklage bildet, sie dann für den Finanzbedarf ab 2021 heranziehen zu können."

Nach dem Vorschlag der Expertenkommission KEF soll der monatliche Rundfunkbeitrag wegen eines Überschusses von mehr als einer halben Milliarde Euro ab dem Jahr 2017 um 30 Cent auf 17,20 Euro im Monat sinken. Die Entscheidung darüber liegt bei den Ländern. Nach Ansicht der KEF könnte der pro Haushalt erhobene Beitrag danach ab 2021 auf bis zu 19,40 Euro steigen.

"Der BR muss sparen wie kein anderer Sender"

Auch der Bayerische Rundfunk (BR) und der Hessische Rundfunk (hr) hatten sich zuletzt gegen eine Senkung des Beitrag ausgesprochen. "In der Konsequenz bedeutet dies, dass der BR so viel sparen muss wie kein anderer Sender", erklärte BR-Verwaltungsdirektor Albrecht Frenzel in München.

Der BR sei die Anstalt, die "am wenigsten von der Einführung des Rundfunkbeitrags profitiert und damit proportional die geringsten Mehrerträge hat", sagte Frenzel weiter. Die Zahl der «Schwarzseher» sei in Bayern schon immer gering gewesen.

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