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20/04/2016 18:57 CEST | Aktualisiert 22/04/2016 05:07 CEST

Mineralwasser statt Medikament: Wie es gegen Kopfschmerzen, Bauchweh und mehr hilft

Andrei Spirache via Getty Images
Wasser kann manche gesundheitliche Beschwerden mindern

Über all dem Markengeplänkel, das Mineralwasser-Produzenten so veranstalten, geht eine ganz wesentliche Information oft unter: Mineralwasser ist mehr als nur ein guter Durstlöscher. Viel mehr.

"Das Trinken des richtigen Mineral- und Heilwassers kann ebenso gut gegen manche Beschwerden helfen wie einige Medikamente", sagte der Bad Nauheimer Sportmediziner und Facharzt für Physikalische und Rehabilitative Medizin, Johannes Peil, dem Magazin "Guter Rat" in der aktuellen Ausgabe. Man müsse nur wissen, welches Wasser man aufgrund welcher Inhaltsstoffe wählen solle.

Bei Kopfschmerzen

Brummt der Schädel oder fehlt die Konzentration, dann könnte ein Magnesiummangel vorliegen. Frauen brauchen davon rund 300 Milligramm am Tag, Männer etwas mehr. Denn der Mineralstoff ist verantwortlich dafür, dass die Nervenimpulse auf die Muskelzellen weitergeleitet werden. Er hilft bei der Energiegewinnung und bei Stoffwechselfunktionen, schreibt die Uni Tübingen.

Und der Top-Magnesium-Lieferant ist dem Magazin "Guter Rat" zufolge: Mineralwasser. Als magnesiumreich gelten demnach Heilwässer ab 100 Milligramm pro Liter (mg/l), die auch der Migräne-Prophylaxe dienen können.

Bei Kreislaufproblemen

Von Kreislaufschwäche über Herzrasen bis zum Kreislaufkollaps kann es kommen, wenn es dem Körper an Kalium oder auch Magnesium mangelt, heißt auf der Seite der Tübinger Uni.

Die Mineralstoffe (in Kombination mit Calcium) sind dem Ratgeber zufolge die "Dirigenten" der Muskelspannung - und damit des Herzmuskels, der Blutgefäße und des Blutdrucks.

8 Anzeichen, dass ihr zu wenig Wasser trinkt

Dass hier ein Mangel spürbare Folgen haben kann, ist da durchaus nachvollziehbar. Magnesium ist zwar in manchen Wässern reichlich enthalten. Für euren Kalium-Bedarf solltet ihr zusätzlich vielleicht dunkle Schokolade oder auch Bananen essen. Mit Wasser alleine ist es den verschiedenen Quellen nach nicht getan.

Bei Sodbrennen

Bei Sodbrennen muss man nicht gleich zur Apotheke eilen oder Heilerde schlucken: Ein hydrocarbonatreiches Mineralwasser kann hier helfen. Denn Hydrocarbonat ist ein Salz der Kohlensäure - ein echter Säure-Vernichter.

Damit kann man zum Beispiel Sodbrennen lindern. Das ergab eine kleine Studie des Forschungsinstituts Analyze & Realize aus Berlin mit 50 Probanden. Das Ergebnis ist Anfang des Jahres veröffentlicht worden. Zudem sollen solche Mineralwässer auch die geschädigte Magenschleimhaut bei der Heilung unterstützen.

Bei Verstopfung

Habt ihr hingegen Verstopfung oder Verdauungsprobleme, kann auch Mineralwasser das richtige Heilmittel für euch sein: Sulfathaltiges Wasser regt die Verdauung an, schreibt auch die Informationszentrale für Deutsches Mineralwasser in seinen Broschüren. Empfohlen wird hierfür von verschiedenen Stellen Wasser, das mindestens 1200 Milligramm Sulfat pro Liter enthält.

Passend zum Thema Verstopfung: Superfood Leinsamen: Das älteste Magen-Darm-Heilmittel kann noch mehr

Bei Durchfall ist übrigens natriumreiches Wasser gut, es schenkt dem Körper wieder die Energie, die er braucht. Bei Bluthochdruck hilft ein Gespräch mit dem Arzt, die Menge richtig einzuschätzen.

Bei Harnsteinen und Harnwegsinfektionen

Und auch bei Harnsteinen sind nicht immer Medikamente die erste Wahl. Hydrocarbonatreiches Wasser wird ebenfalls bei der Therapie gegen Harnsteine genutzt - zur ausreichenden Verdünnung wird bis zu 2,5 Litern Flüssigkeit am Tag geraten. "Dabei ist es besonders günstig, alkalisierende Getränke aufzunehmen", heißt es auf der Seite des Deutschen Harnsteinzentrums. Das sind eben auch bicarbonatreiche (also hydrocarbonatreiche) Mineral- oder Heilwässer (HCO3 >1500 mg/l). Das Gute: Diese Wässer halten den Harn-pH-Wert im therapeutischen Bereich. Sie sind zudem kalorienfrei.

Zudem spült Wasser die Harnwege frei - das schützt vor Harnwegsinfektionen.

Trotzdem: Immer den Arzt um Rat fragen

Mineralwasser kann noch mehr. Zum Beispiel könnt ihr mit manchen Sorten bereits mit einem Liter fast euren ganzen Tagesbedarf an Calcium (nämlich 800 Milligramm) abdecken. Der Mineralstoff ist wichtig für Knochen und Zähne. Bei Calciummangel oder auch Osteoporose kann das richtige Wasser dem Ratgeber-Magazin "Guter Rat" nach helfen.

Viele Informationsseiten warnen trotz der Möglichkeiten von Heilwassern zurecht: Auch wenn Wasser viel kann. Man sollte deshalb keine Therapie eigenmächtig abrechen und ganz auf Wasser setzen.

Was Superfoods für die Gesundheit tun können:

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