POLITIK
19/04/2016 07:48 CEST | Aktualisiert 19/04/2016 08:19 CEST

In dieser deutschen Großstadt sind Zuwanderer bald in der Mehrzahl

In dieser deutschen Stadt sind Zuwanderer bald in der Mehrzahl
EMMANUEL DUNAND via Getty Images
In dieser deutschen Stadt sind Zuwanderer bald in der Mehrzahl

  • Fachleute gehen davon aus, dass in mehreren deutsche Städten bald Zuwanderer in der Mehrzahl sein werden

  • Augsburg könnte die erste Großstadt sein

Rechtspopulisten wettern immer wieder gegen die vermeintliche "Massenzuwanderung“ nach Deutschland. Diese Nachricht dürfte sie schocken: In drei deutschen Großstädten könnten Zuwanderer bald in der Mehrzahl sein.

Wie die "Augsburger Allgemeine“ berichtet, gehen Fachleute davon aus, dass Augsburg unter den ersten deutschen Großstädten sein wird, in denen Menschen mit Migrationshintergrund das Gros der Bevölkerung ausmachen.

Für weitere Städte gibt es ähnliche Prognosen

Auch in Stuttgart und Frankfurt am Main ist diese Entwicklung in den nächsten Jahren vorstellbar.

Derzeit haben in Augsburg circa 43 Prozent der Einwohner einen Migrationshintergrund. In Frankfurt am Main liegt die Quote gar bei 47 Prozent.

"Das Land wird sich verändern“, sagte der Integrationsexperte Jens Schneider der "Augsburger Allgemeinen". Landesweit hat etwa jeder fünfte Bürger ausländische Wurzeln. Zu den bei den Überlegungen einbezogenen Menschen mit Migrationshintergrund zählen nicht nur Ausländer, sondern alle Bürger, die seit 1950 zugewandert sind, und deren Nachkommen.

Zuwanderung als Chance

Neben den vielen kritischen Stimmen zur Zuwanderung, die besonders durch das Erstarken der Rechtspopulisten in Deutschland Gehör finden, gibt es viele Experten, die auf die Chancen von Zuwanderung hinwiesen. Frank-Jürgen Weise, Leiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF), forderte etwa kürzlich: "Wir brauchen noch mehr Zuwanderung!“

Viele der in Augsburg lebenden Zuwanderer sind schon zu Zeiten des Wirtschaftswunders als Gastarbeiter aus Südeuropa nach Deutschland gekommen. Den größten Anteil machen jedoch Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion aus.

Jens Schneider erklärt, es liege nun vor allem an der zweiten und dritten Generation der Zuwanderer, ob die Multi-Kulti-Gesellschaft funktioniert. "Diese jungen Menschen bilden das Scharnier zwischen der Vergangenheit ihrer Familien und der Zukunft in Deutschland“, sagte er.

Er weiß aber auch: "Integration gelingt nur dann, wenn sich die Migranten zu Deutschland bekennen und auch die Einheimischen klar sagen: 'Ihr gehört zu uns'“.

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