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19/04/2016 10:56 CEST | Aktualisiert 19/04/2016 11:47 CEST

Polizisten stürmen eine Wohnung in Bayern - was sie vorfinden, ist der reine Horror

dpa

  • Im bayrischen Rosenheim hat die Polizei eine 26-Jährige "völlig verwahrloseste" Frau aus einer Wohnung befreit

  • Ihre Mutter soll die anscheinend geistig behinderte Frau dort eingesperrt haben - womöglich seit Jahren

  • Die Mutter hatte sich am Dienstagmorgen das Treppenhaus herunter gestürzt - und schwer verletzt überlebt

Polizisten haben in einer heruntergekommenen Wohnung in Rosenheim eine verwahrloste junge Frau gefunden, die dort möglicherweise über Jahre hinweg eingesperrt war. Dabei handele es sich nach ersten Erkenntnissen um die geistig behinderte 26 Jahre alte Tochter der Wohnungsinhaberin, sagte ein Sprecher der Polizei.

Die Wohnungsbesitzerin habe sich am Dienstagmorgen im Treppenhaus aus dem zweiten Stock in die Tiefe gestürzt, als der Gerichtsvollzieher wegen einer Zwangsräumung bei ihr klingelte. Rettungskräfte brachten die 54-Jährige mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus.

"Es ist ein recht tragischer Fall", sagte der Polizeisprecher. Die Beamten seien eingeschaltet worden und hätten eine "völlig verwahrloste, heruntergekommene Wohnung" vorgefunden. Die Tür zu einem Zimmer in der Wohnung sei abgeschlossen gewesen, Beamte mussten sie eintreten. Dahinter entdeckten sie die "ebenso völlig verwahrloste" 26-Jährige, wie der Sprecher sagte.

Frau möglicherweise mehrere Jahre eingesperrt

Mit der jungen Frau könne man nicht sprechen. Sie sei in eine psychiatrische Fachklinik gebracht worden. Auch ihre Mutter sei derzeit nicht ansprechbar. Bei den Behörden waren nach Angaben des Sprechers nur die beiden Frauen als Bewohner der Wohnung gemeldet.

Wie lange die 26-Jährige in der Wohnung festgehalten wurde und ob sie ständig in demselben Raum eingesperrt war, konnten zunächst weder Staatsanwaltschaft noch Polizei einschätzen. "Möglicherweise mehrere Jahre", sagte ein Polizeisprecher. Das müsse aber noch genauso geklärt werden, ebenso wie die Frage, ob sich die 26-Jährige zwischenzeitlich frei in der Wohnung habe bewegen können.

Die Ermittler wollen nun unter anderem Nachbarn zu der Familie und den Lebensumständen befragen. Wann und ob die Frauen befragt werden können, stand zunächst nicht fest. Es ist ein Fall, der an den Horror im Fall Fritzl in Österreich erinnert.

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