POLITIK
19/04/2016 03:46 CEST | Aktualisiert 19/04/2016 05:41 CEST

GSG9 nimmt fünf mutmaßliche Rechtsterroristen in Freital fest

Polizeifahrzeuge schützen ein Asylbewerberheim in Freital 2015
dpa
Polizeifahrzeuge schützen ein Asylbewerberheim in Freital 2015

  • Im sächsischen Freital wurden 5 mutmaßliche Terroristen aus der rechten Szene festgenommen

  • Ihnen werden versuchter Mord und schwere Körperverletzung vorgeworfen

  • Beamte der GSG9 durchsuchten mehrere Wohnungen

Die Eliteeinheit GSG 9 hat am Dienstagmorgen Wohnungen und Häuser im sächsischen Freital durchsucht. Fünf Verdächtige sollen festgenommen worden sein. Ihnen wird vorgeworfen, eine rechtsterroristische Vereinigung gegründet zu haben. Zudem geht es um versuchten Mord und schwere Körperverletzung. Das berichtet "Spiegel Online".

Den Verdächtigen wird laut dem Bericht vorgeworfen, Asylbewerberheime angegriffen zu haben. Seit der Verschärfung der Flüchtlingskrise war es in Freital immer wieder zu gewaltsamen Übergriffen gegenüber Flüchtlingen kommen.

Bei den Festgenommenen handelt es sich laut "Spiegel"-Informationen um vier junge Männer zwischen 18 und 39 sowie eine 27-jährige Frau. Die Gruppe, deren mutmaßliche Anführer sich bereits vor dem heutigen Tag in Untersuchungshaft befunden haben sollen, soll im vergangenen Herbst Asylbewerberheime in Freital und ein alternatives Wohnprojekt in Dresden mit Steinen und Feuerwerkskörpern angegriffen haben.

Rechtsextremisten schon länger im Fokus

Vor einigen Tagen hatte die Bundesanwaltschaft Ermittlungen gegen Mitglieder einer rechtsextremen Bürgerwehr aus Freital übernommen. Es gehe um den Verdacht der Bildung einer terroristischen Vereinigung, sagte eine Sprecherin damals in Karlsruhe.

Die sächsische Generalstaatsanwaltschaft hatte Verfahren gegen fünf Männer und eine Frau im Alter von 18 bis 40 Jahren geführt - anscheinend handelt es sich hierbei um die nun Festgenommenen.

Es geht auch um einen Sprengstoffanschlag auf Flüchtlingsheim

Sie werden beschuldigt, einen Angriff auf eine Asylunterkunft in Freital und einen Sprengstoff- und Buttersäure-Anschlag auf ein alternatives Wohnprojekt von Flüchtlingsunterstützern in Dresden im vergangenen Oktober verübt zu haben.

Drei der Beschuldigten und ein 40-Jähriger sollen zudem für einen Sprengstoffanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Freital verantwortlich sein.

Der 27-Jährige, gegen den in beiden Verfahren ermittelt wird, muss sich zudem Ende April in Dresden wegen eines weiteren Angriffs auf Flüchtlingsunterstützer unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht verantworten.

Freital macht weiter Negativschlagzeilen

Anfang November und zuletzt im März waren im Zuge der Ermittlungen bei zahlreichen Razzien in Wohnungen in Freital und Dresden Sprengmittel und Nazi-Devotionalien gefunden worden. Auch Computer wurden sichergestellt.

Freital, das nur wenige Autominuten von Dresden entfernt liegt, hatte im Sommer vergangenen Jahres bundesweit Schlagzeilen gemacht: Wochenlang demonstrierten Fremdenfeinde vor einem Flüchtlingsheim in einem ehemaligen Hotel. Immer wieder kam es zu Angriffen und Anschlägen auf Asylbewerber und ihre Unterstützer.

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