POLITIK
20/04/2016 00:48 CEST | Aktualisiert 20/04/2016 05:51 CEST

Terroranschläge auf Strände: "Szenario ist glaubhaft"

Ziel für Terroristen? Touristen am Strand Platja d'Aro in Spanien
Albert Gea / Reuters
Ziel für Terroristen? Touristen am Strand Platja d'Aro in Spanien

  • Laut Medienberichten soll die Terrorgruppe Boko Haram Anschläge auf Ferienstrände in Europa planen

  • Ein Terrorexperte schätzt dieses Szenario als realistisch ein

Ein Bericht der "Bild"-Zeitung schreckte auf. Nach Geheimdienst-Informationen soll die mit der Terrormiliz Islamischer Staat verbündete Islamisten-Gruppe Boko Haram Anschläge auf Urlauber-Strände im Süden Europas planen.

Wie glaubhaft sind diese Warnungen? Rolf Tophoven, Direktor des Instituts für Krisenprävention (IFTUS) in Essen, hält das Szenario für realisitisch.

"Mögliche Szenarien beziehen sich ja auf Boko Haram und deren fanatische Kämpfer, die Terroranschläge an Ferienstränden in Südeuropa planen könnten. Das erscheint glaubhaft, weil Boko Haram mit dem sogenannten Islamischen Staat verbunden ist", sagte Tophoven der "Passauer Neuen Presse".

"Wir sollten noch vorsichtig in der Bewertung sein"

Er plädiert allerdings noch für Zurückhaltung bei der Einschätzung der Terrordrohungen. "Die Zurückhaltung der deutschen Sicherheitsbehörden stimmt nachdenklich. Wir sollten noch vorsichtig in der Bewertung sein. Hier sind noch mehr Informationen der Sicherheitsbehörden notwendig."

Allein schon die Drohungen führten allerdings zur Verunsicherung von Urlaubern. "Damit hätten die Terrorgruppen bereits ein Ziel erreicht", sagte Tophoven.

Er warnt, militärische Erfolge gegen den IS könnten dessen Hang zu Terroranschlägen verstärken.

"Je mehr der IS militärisch in seinem eigentlichen Kampfgebiet unter Druck gerät, Gebiete verliert und sich zurückziehen muss, ist nicht auszuschließen, dass er seinen Terror in andere Länder exportiert."

Sprengsätze zwischen Liegestühlen

Die "Bild"-Zeitung hatte zuvor berichtet, dass als Händler getarnte Anhänger der Terror-Gruppe eingeschleust werden sollen, um dicht bevölkerte Strände mit Maschinenpistolen und Sprengsätze anzugreifen.

Die "Bild"-Zeitung beruft sich dabei auf Ermittlerkreise des Bundesnachrichtendienstes. Der italienische Geheimdienst soll demnach die deutschen Sicherheitsbehörden über die Gefährdung informiert haben.

Auch eine Festnahme auf der Ferieninsel Mallorca nährt die Angst vor Anschlägen auf Urlauber. Die spanische Polizei nahm gestern einen mutmaßlichen IS-Anhänger fest, der in engem Kontakt zu IS-Anführern in Syrien gestanden haben soll.

(ben)

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