POLITIK
19/04/2016 08:35 CEST | Aktualisiert 19/04/2016 08:46 CEST

Heimlicher Glühweinverkauf: Pegida-Gründer als Sozialschmarotzer verurteilt

Protesters gather in front of the Semperoper (Semper Opera House) for a demonstration of PEGIDA (Patriotic Europeans against the Islamization of the West) in Dresden, eastern Germany, Monday, March 21, 2016. (AP Photo/Jens Meyer)
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Protesters gather in front of the Semperoper (Semper Opera House) for a demonstration of PEGIDA (Patriotic Europeans against the Islamization of the West) in Dresden, eastern Germany, Monday, March 21, 2016. (AP Photo/Jens Meyer)

  • Pegida-Gründer Thomas Balazs meldete Nebenjobs nicht an und kassierte weiter Arbeitslosengeld

  • Die vom Amtsgericht geforderten 1050 Euro möchte er nicht zahlen

"Asylanten kosten den deutschen Steuerzahler viel Geld!" – Mit Parolen wie diesen schürt Pegida Hass gegen Zuwanderer, diffarmiert sie als Sozialschmarotzer. Einer der Pegida-Gründer nimmt es mit den Steuern aber anscheinend selbst nicht so ernst: Thomas Balazs (44) kassierte Geld vom Staat, obwohl er nebenbei arbeitete.

Der 44-Jährige bezog seit Oktober 2014 Arbeitslosengeld, hatte allerdings einen Nebenjob beim Lignerschloss in Dresden und zudem als Glühwein-Ausschenker beim Volksfest "Winterzauber". Beide Jobs meldete er nicht an.

Neben seiner Schwarzarbeit kassierte der Freund von Pegida-Frontmann Lutz Bachmann (43) weiterhin monatlich rund 420 Euro vom Staat. Deshalb wurde Balazs nun vom Dresdner Amtsgericht verurteilt.

"Ich wollte ja immer arbeiten, nicht auf Kosten des Staates leben“, sagte Balazs vor dem Amtsgericht, wie die ""Bild"-Zeitung" berichtet.

Balasz bei der Justiz kein Unbekannter

Das Amtsgericht fordert Balazs nun auf, 1050 Euro zurückzuzahlen. Das will er jedoch nicht. "Ich habe noch 7500 Euro Schulden aus meiner Selbstständigkeit“, sagte er.

Mit den Vorwürfen konfrontiert, redete er sich heraus: "Ich habe den Nebenjob aber im Januar telefonisch gemeldet. Wann und wem, kann ich aber nicht mehr sagen. Das ist immer so ein Hin und Her mit dem Arbeitsamt. Ich habe wohl den Überblick verloren.“

Balazs war bereits im Vorfeld bei der Justiz auffällig. 2009 wurde er wegen Trunkenheit am Steuer, Beleidigung und Widerstand gegen Polizeibeamte zu 2000 Euro verurteilt. 2013 musste er 500 Euro wegen Steuerhinterziehung bezahlen. Und 2014 betrog er das Sozialamt schon mal – damals kassierte er einen Strafbefehl über 900 Euro.

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