POLITIK
19/04/2016 04:36 CEST | Aktualisiert 19/04/2016 07:30 CEST

"Hart aber fair": BVB-Star Neven Subotic wusste am Besten, worauf es bei der Integration ankommt

Der BVB-Fußballer Neven Subotic
WDR/Dirk Borm
Der BVB-Fußballer Neven Subotic

  • Bei "Hart aber Fair" ging es um die Frage, wie Integration klappen kann

  • BVB-Fußballer Subotic wies darauf hin, wie wichtig die Hilfe von Deutschen sei

  • Der CSU-Mann Söder blamierte sich mit seiner Verteidigung der "Herdprämie"

Diese Sendung hätte auch "Alle gegen Söder" heißen können. Unter dem Motto "Gekommen um zu bleiben" mussten sich die Gäste bei Frank Plasberg mit der Frage "Wie werden aus Einwanderern Deutsche?" auseinandersetzen.

Als Beispiele für gelungene Integration waren der Dortmunder Profi-Fußballer Neven Subotic, die türkisch-stämmige Moderatorin Nazan Eckes, der aus Rumänien stammende Sänger Peter Maffay und der ehemalige FDP-Politiker und Anwalt Mehmet Daimagüle eingeladen.

Mit Frau Strumpf klappt die Integration

Als Außenseiter war der CSU-Politiker Markus Söder dabei. Auch wenn Plasberg ihn mit dem Hinweise, er sei "als Protestant in Bayern" aufgewachsen, in die Runde zu integrieren versuchte, wollte er nicht so richtig hineinpassen.

Eckes wies darauf hin, dass die Integration zwei Seiten habe. Sie berichtete, dass sie sich eher von ihren Eltern als vom Umfeld der Schule ausgegrenzt gefühlt habe. So habe ihr Vater ihr zum Beispiel eine Klassenfahrt verboten oder sie vor dem Essen von Schweinefleisch gewarnt - sonst würde sie "so rosa wie die Deutschen".

"Hart aber Fair":Den Polit-Talk mit Frank Plasberg online schauen

Angenehm überlegt und kompetent fiel in dieser Runde ausgerechnet ein Fußballer auf. Subotic erzählte, seine Familie habe den Einstieg in das deutsche Leben nur mit der Hilfe einer Nachbarin geschafft: "Frau Strumpf" habe ihnen geholfen und eine Wohnung angeboten.

Der Staat vermittelt ein "Gefühl elementarer Bedrohung"

Sofort stimmte Daimagüler ein - auch seine Familie sei von einer Deutschen unterstützt worden. Bei ihnen sei es "Frau Gaumann" gewesen. Die Integration sei also "wie eine Lebenslotterie", ob es jemanden gebe, der hilft.

Er wünsche sich, wenn der deutsche Staat die Rolle von Frau Strumpf und Frau Gaumann übernehmen würden - und nicht als bedrohliche Macht auftreten würde. "Ich war 16, als mein Vater starb. Kaum war der unter der Erde, da kam schon der Brief von der Behörde, weil der Ernährer weg war."

Er fragte den CSU-Mann Söder, ob er sich dieses "Gefühl elementarer Bedrohung" vorstellen könne. Der musste zugeben, dass er dies nicht könne, aber Gesetz sei Gesetz und verwies auf das bayerische Integrationsgesetz.

"Söder ist ein Opfer seiner Ideologie"

Das war wie eine Steilvorlage für Plasberg. Der wechselten plötzlich das Thema zum Betreuungsgeld: "Sie wissen doch auch, dass das Murks war!", sagte er Söder. Der bestand darauf, dass die "Herdprämie" für Mütter eine sehr gute Idee gewesen sei. Daimagüler trat nach: "Ein Opfer seiner Ideologie", nannte er Söder.

Damit war das Thema noch nicht durch.

Als Eckes erzählte, wie ihre Mutter "wegen der Kinder" zuhause geblieben sei und nie richtig Deutsch gelernt habe, fiel ihm das Thema wieder auf die Füße. "Sie wissen, was jetzt kommt, Herr Söder?", fragte er spöttisch. Der nickte nur.

Der Sänger Maffay fiel durch einen Vergleich der deutschen Gesellschaft mit einem Schwamm auf: Der könne auch nicht unbegrenzt Wasser aufsaugen. Er führte als Beispiel sein Hilfsprojekt an, durch das 19 Afghanen ein Zuhause gefunden hätten. Mehr habe das Projekt nicht versorgen können. "Wir würden es gerne, aber wir schaffen es nicht". Dies wollte er als Synonym für Deutschland sehen.

An die Seite von Söder wollte selbst er sich dann doch nicht stellen: "Dass es eine Obergrenze gibt, das stelle ich infrage, weil ich mir nicht vorstellen kann, wo sie liegt".

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(cho)