POLITIK
19/04/2016 06:35 CEST | Aktualisiert 19/04/2016 06:40 CEST

Aus diesem Grund werden einige nie erfahren, wer ihr leiblicher Vater ist

Aus diesem Grund werden einige nie erfahren, wer ihr leiblicher Vater ist
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Aus diesem Grund werden einige nie erfahren, wer ihr leiblicher Vater ist

  • Kinder können Männer, die sie für ihren leiblichen Vater halten, nicht zu einem Gentest zwingen

  • Das urteilte des Bundesverfassungsgericht heute

Männer können weiterhin Vaterschaftstests ablehnen, der DNA-Test-Zwang bleibt auf Mitglieder der eigenen Familie beschränkt. Das haben die Richter am Dienstagvormittag verkündet und das Urteil zeitgleich im Internet veröffentlicht.

Geklagt hatte eine 66 Jahre alte Frau aus Coesfeld, die seit Jahrzehnten im Unklaren darüber ist, ob der Mann, den sie für ihren Vater hält, das auch wirklich ist. Dieser hatte einen Test bis heute abgelehnt.

Dem Recht, die eigene Abstammung zu kennen trifft auf die Grundrechte des möglichen Vaters

Die Frau berief sich auf die Möglichkeit, den Mann über die sogenannte rechtsfolgenlose Abstammungsklärung zu einem Test zu zwingen. Allerdings ist der Anspruch auf das 2008 eingeführte Verfahren auf die tatsächliche Familie beschränkt.

Das heißt, Vater, Mutter und Kind können bei Zweifeln an der biologischen Elternschaft voneinander den Test verlangen.

Die Klägerin könne sich darauf nicht berufen, weil der fragliche Mann außerhalb der Familie steht, urteilten die Richter.

Dem Recht, die eigene Abstammung zu kennen, ständen die Grundrechte der anderen von einer Klärung Betroffenen entgegen, sagte Vize-Gerichtspräsident Ferdinand Kirchhof bei der Urteilsverkündung am Dienstag. Diese würden erheblich belastet.

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