POLITIK
19/04/2016 04:35 CEST | Aktualisiert 19/04/2016 11:56 CEST

AfD fährt Anti-Islam-Kurs - und erreicht Rekordwert in Umfragen

Frauke Petry (r.) und Beatrix von Storch (l.)
Fabrizio Bensch / Reuters
Frauke Petry (r.) und Beatrix von Storch (l.)

  • Die AfD kommt in einer Umfrage auf einen Rekordwert

  • Die Hardliner in der Partei legen mit weiterer Islam-Kritik nach

Die AfD kann in der Wählergunst weiter zulegen und erreicht bundesweit einen Rekordwert. Wie die "Bild" unter Berufung auf den Insa-Meinungstrend meldet, würde die rechtskonservative Partei erstmals 13,5 Prozent der Stimmen erzielen, wenn am Sonntag Bundestagswahl wäre.

Das ist ein Punkt mehr als in der Vorwoche und soviel wie nie, schreibt die "Bild".

Die SPD liegt wie in der Vorwoche bei 19,5 Prozent, die Union kommt unverändert auf 31,5 Prozent. Grüne (13 Prozent) und FDP (sieben Prozent) verlieren jeweils einen halben Punkt. Die Linkspartei kommt neun Prozent.

Rekordwert Reaktion auf Anti-Islam-Kurs?

Die AfD profitiere weiterhin von der Unzufriedenheit vieler Wähler mit der Großen Koalition, sagte Insa-Chef Hermann Binkert gegenüber Bild. Ob das Ergebnis schon eine Reaktion auf den Anti-Islam-Kurs der Partei ist, ist unklar. Für den Insa-Meinungstrend wurden vom 16. Bis 18. April insgesamt 2010 Wahlberechtigte befragt.

Allerdings: Das Insa-Institut gilt als AfD-nah, die Rechtspopulisten schneiden in den Insa-Umfragen regelmäßig besser ab als bei anderen Meinungsforschungsinstituten.

Beatrix von Storch legt nach

Die AfD legt ungeachtet der vehementen Kritik an ihrem strikten Anti-Islam-Kurs weiter nach. "Die größte Bedrohung für Demokratie und Freiheit geht heute vom politischen Islam aus", sagte die AfD-Vizevorsitzende Beatrix von Storch der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Auch antisemitische Übergriffe hätten heutzutage überwiegend einen islamistischen Hintergrund.

Von Storch und der zweite Vizevorsitzende der rechtspopulistischen Partei, Alexander Gauland, hatten am Wochenende den Islam zur Ideologie erklärt, die nicht mit dem Grundgesetz vereinbar sei. Er sei ein "Fremdkörper" in Deutschland, der hier "keine Heimat finden" könne.

Für diese Thesen ernteten sie scharfe Kritik und entschiedenen Widerspruch. So stellte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) klar: "Die Praxis hat gezeigt, dass die übergroße Mehrzahl der Muslime hier im Rahmen des Grundgesetzes ihre Religion ausübt."

Merkel verwies zudem auf die grundgesetzlich garantierte Freiheit der Religionsausübung, "und das gilt natürlich auch für Muslime in unserem Land".

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