POLITIK
18/04/2016 08:42 CEST | Aktualisiert 18/04/2016 08:55 CEST

Anhaltende Gefechte in Syrien bedrohen Waffenruhe - und sorgen für neue Flüchtlingsströme

Nach einem Luftangriff im Rebellengebiet von Aleppo, suchen Bewohner nach Überlebenden. REUTERS/Abdalrhman Ismail
Abdalrhman Ismail / Reuters
Nach einem Luftangriff im Rebellengebiet von Aleppo, suchen Bewohner nach Überlebenden. REUTERS/Abdalrhman Ismail

  • Die Waffenruhe in Syrien steht auf der Kippe

  • Die Regierungstruppen Assads attackieren weiterhin Aleppo

  • Rebellengruppen kündigten derweil "Vergeltung" an

Mehrere einflussreiche syrische Rebellengruppen haben der Armee und ihren Verbündeten mit Vergeltung für Verstöße gegen die Waffenruhe gedroht. Die Kräfte des Regimes hätten die Feuerpause mehrfach gebrochen und dabei auch Flüchtlingslager beschossen, erklärten die Milizen am Montag in einer gemeinsamen Stellungnahme.

"Wir drohen jeder militärischen Einheit, von der eine Granate auf unser Volk abgeschossen wird, mit einer starken Reaktion, die eine Lehre für andere (...) sein soll", hieß es weiter.

Heftige Kämpfe gehen weiter

Zu den Unterzeichnern gehören neben moderateren Gruppen auch die radikal-islamischen Milizen Ahrar al-Scham und Dschaisch al-Islam. In dem mehr als fünfjährigen Bürgerkrieg gilt seit Ende Februar eine Waffenruhe.

Diese stand in den vergangenen Tagen trotz neuer Friedensgespräche in Genf mehr und mehr auf der Kippe. Vor allem um die nordsyrische Stadt Aleppo gab es zuletzt heftige Kämpfe. Dort will das Regime den letzten Nachschubweg der Rebellen kappen.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte, die den Rebellen nahesteht, meldete am Montag zugleich heftige Gefechte im Norden der Küstenprovinz Latakia. Rebellen hätten dort Kräfte des Regimes angegriffen. Neue Kämpfe habe es auch im Norden der Provinz Hama gegeben.

Assads Offensive sorgt für neue Flüchtlingswellen

Die Regierungstruppen Bashar Al-Assads hatten in Vergangenheit mit russischer Unterstützungen mehrere große Offensiven gestartet, um von Rebellen oder IS kontrollierte Regionen zu erobern.

Deutsche Hilfsorganisationen warnen: Gewinnt Assad größere Territorien von den Rebellen zurück, drohen neue Flüchtlingswellen. "Wenn Aleppo fällt, ist mit bis zu 250.000 weiteren Flüchtlingen zu rechnen", erklärte die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann im Februar.

Im Norden Aleppos war es bereits Ende vergangener Woche zu schweren Kämpfen gekommen. Dabei handele es sich vor allem um Gefechte zwischen der sogenannten gemäßigten Opposition und der radikal-islamischen Al-Nusra-Front.

Die Regierungstruppen versuchten derweil den von Rebellen kontrollierten Osten von Aleppo zu belagern, meldete die Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Über 30.000 Menschen sind auf der Flucht aus dem Kampfgebiet.

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