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18/04/2016 07:14 CEST | Aktualisiert 09/08/2016 11:51 CEST

Krankengymnastik: Mit Bewegung Heilung fördern

Krankengymanstik hilft, untrainierte Strukturen zu stärken.
Caiaimage/Trevor Adeline via Getty Images
Krankengymanstik hilft, untrainierte Strukturen zu stärken.

  • Die Krankengymnastik gilt als Heilverfahren und basiert auf Bewegung.

  • Sie ist effektiv, um den Gesundheitszustand zu erhalten oder wiederherzustellen.

Seit 1994 wird Krankengymnastik in Deutschland als Physiotherapie bezeichnet. Das Wort setzt sich aus den griechischen Wörtern "physis" (Natur) und "therapeia" (Dienstleistung, Pflege des Kranken) zusammen.

Die Krankengymnastik oder physikalische Therapie behandelt physiologische Funktionsstörungen. Durch gezielte Mobilisierung soll eine Einschränkung der Körperfunktionen vermieden oder verbessert werden.

Die Krankengymnastik gilt als Heilverfahren, das auf passiven und aktiven Bewegungen basiert. Durch einen Therapeuten werden äußere Kräfte angewendet (passiv).

Zudem führt der Patient selbstständig Bewegungen durch (aktiv). Dadurch erlernt der Betroffene Bewegungsabläufe, die ihm helfen, mobil zu bleiben oder zu werden und Schmerzen zu lindern. Eventuell wird dadurch eine medikamentöse Behandlung ersetzt.

Krankengymnastik: gesünder durch Bewegung

Bereits die Athleten bei den antiken Olympischen Spielen schätzten spezielle Bewegungen als Form der Körperhygiene. Der griechische Arzt Hippokrates sah den Körper des Menschen als einheitlichen Organismus an und definierte Gesundheit als Gleichgewicht innerhalb aller Elemente des Organismus.

Um den Gesundheitszustand zu erhalten beziehungsweise wiederherzustellen, werden Bewegung in Form von Schwimmen, Laufen, Spazieren, Reiten oder Tanzen empfohlen ebenso wie der Einsatz von Massagen oder Heilbädern.

Auch die Bedeutung von gesunder Ernährung und der Zusammenhang zwischen Wachsein und Schlaf als Grundpfeiler der Körperhygiene sind seit Langem bekannt.

Als Begründer der pädagogischen Gymnastik in Deutschland kann Johann Christoph Friedrich GutsMuths bezeichnet werden. Aus der von Franz Nachtegall 1798 in Kopenhagen gegründeten "Gymnastischen Gesellschaft" entwickelte sich die therapeutische Gymnastik des Schweden Pehr Henrik Ling. Er ergänzte seine Krankengymnastik mit Massagen für spezielle Muskeln.

Die Behandlung – Sache des Physiotherapeuten

Zu der Kategorie der Gesundheitsfachberufe gehört der Physiotherapeut, der aufgrund einer durch den Arzt festgestellten Diagnose tätig wird.

Vor allem untersucht er die Beweglichkeit und kann Schäden an Gelenken oder Muskelverspannungen erkennen. Danach erstellt er ein spezielles Behandlungsprogramm.

Eine Krankengymnastik kann durch physikalische Einflüsse wie Wärme, Kälte, Druck oder Elektrizität ergänzt werden. Die Behandlung ist an die individuellen Voraussetzungen des Patienten wie Anatomie oder Motivation angepasst.

Die Reaktionen des Körpers wie Muskelaufbau oder Stoffwechselanregung und der eigene Umgang mit dem Körper spielen eine Rolle bei der Wiederherstellung oder Förderung der Gesundheit. Beispielsweise sollen Kopf- oder Rückenschmerzen beseitigt, der Stoffwechsel angeregt und die Beweglichkeit verbessert werden.

Bewegungstherapie für mehr Fitness

Eine beliebte Form der Krankengymnastik ist die Bewegungstherapie. Diese stellt durch einen systematischen Behandlungsaufbau die körperlichen Funktionen wieder her. Zum Beispiel werden die Funktion der Gelenke verbessert, geschwächte Muskulatur gekräftigt, verkürzte Sehnen oder Muskeln gedehnt, das Muskelgleichgewicht trainiert, Bewegungsabläufe koordiniert und die Durchblutung gefördert.

Chronische Erkrankungen erfordern unter Umständen eine Krankengymnastik, wenn eine lebenslange Therapie nötig ist. Der Therapeut hilft beim Bewältigen des Alltags und weist den Patienten im Umgang mit Hilfsmitteln wie einem Gehstock ein oder zeigt Übungen für zu Hause.

Die Krankengymnastik kommt auch bei Erkrankungen der inneren Organe zum Einsatz: beispielsweise bei Problemen bei der Atmung (Asthma), Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gefäßerkrankungen, Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts oder Erkrankungen der Nieren oder Harnorgane.

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(cho)