LIFE
18/04/2016 10:27 CEST | Aktualisiert 18/04/2016 12:11 CEST

So siehst du einer Frau sofort an, wie viele Kinder sie schon hat

Mother and son hugging
Liam Norris via Getty Images
Mother and son hugging

THE BLOG

Ich bin vor gerade mal vor sechs Jahren Mutter geworden. Das ist keine lange Zeit nach allen vernünftigen Vorstellungen, aber wie sehr ich mich in dieser Zeit verändert habe, ist wirklich erstaunlich. Während ich durch die verschiedenen Phasen des Elternseins ging, wurde es offensichtlich, dass es einige entscheidende Änderungen in jeder Phase gibt. In welcher Phase befinden Sie sich gerade? Passen andere Eltern, die Sie kennen, in irgendeine dieser Kategorien?

Kurz-davor-Mutter (keine Kinder)

  • Hat deutliche Vorstellungen davon, was sie tun und was sie nicht tun wird, wenn sie Kinder bekommt

  • Macht viele Aussagen wie:

    "Ich würde mir für die Geburt niemals eine Rückenmarksanästhesie setzen lassen"

    "Wenn ich Kinder habe, werde die alle Lebensmittel ohne Konservierungsstoffe essen"

    "Ich würde meine Kinder niemals so anschreien wie diese Frau da!"

    "Guck Dir an, wie das Kind dort mitten im Supermarkt ausflippt. Was für eine Göre! Ich würde meinem Kind so etwas niemals erlauben."

Die Das-erste-Mal-Mutter (ein Kind)

  • Überbesorgt um Sicherheit. Besucher müssen ihre Hände waschen, bevor sie das Baby anfassen/halten/sich auf 15 Meter nähern. Jeder unter 18 Jahre, der das Baby halten will, muss sich die Arme voller Kissen stopfen und einen körperlich leistungsfähigen Erwachsenen in der Nähe haben. Das Haus wird babytauglich gemacht, bevor das Baby geboren wird.
  • Total geschockt und überwältigt von einer Liebe, die sie nie zuvor erfahren hat.
  • Redet unablässig über das Kind. Alles, was irgendjemand sagt, erinnert sie an irgendetwas an ihrem Kind:

    "Wie läuft es bei den Red Sox?" "Du solltest sehen, wie der kleine Johnny einen Baseball wirft! Er wird eines Tages ganz sicher in der Major League spielen."

    "Weißt Du, wie das Wetter morgen wird?" "Nein, aber ich hoffe wirklich, dass es schön wird, denn ich habe gerade den allersüßesten Sonnenhut für Sally gekauft und möchte, dass sie ihn auf dem Spielplatz trägt, wo jeder es sehen kann."

    "Ich habe unheimlich Lust auf ein dickes Steak." "Ich mache mir solche Sorgen um Janes Essgewohnheiten. Jeden Abend ist es ein Kampf, sie dazu zu bringen, mehr als zwei Bissen ihres Essens aus biologisch angebautem Gemüse und freilaufenden Hühnern zu essen."

  • Postet eine Million und ein Foto des Kindes auf Facebook. Die Neuigkeiten der Freunde werden konstant geflutet mit Albums, Videos, Fotos von ihrem Kind. 99 Prozent dieser Fotos zeigen das Kind, wie es nur steht/sitzt/liegt. Fotos werden begleitet von Bildunterschriften wie "Schau, wer gerade aufgewacht ist!", "Erbsen sind unser Favorit!", "Erster Tag mit ihrer neuen Zahnbürste", "Sechs Stunden, dann kommt Papa von der Arbeit". Die Großmutter wird auf jedem Foto markiert.
  • Liest jeden Elternratgeber, der jemals geschrieben wurde.
  • Wenn sie die Gelegenheit hat, mal für sich selbst zu sein, verbringt sie die halbe Zeit damit, ihr Kind zu vermissen, und die andere Hälfte damit, zu Hause anzurufen, um zu checken, ob es dem Kind gut geht.
  • Plant ihr Leben rund um den Stundenplan des Kindes. Glaubt wirklich, dass die Welt enden wird, falls das Kind nicht schläft/isst/pupst zur selben Zeit an jedem Tag.

  • Glaubt daran, dass jede gute Eigenschaft ihres Kindes eine direkte Folge ihrer hervorragenden Erziehung ist.
  • Fragt sich, ob sie jemals eine ganze Nacht schlafen wird/eine Dusche nehmen, die länger als drei Minuten dauert/irgendwann in ihrem Leben noch mal ein gemütliches Essen erleben wird.
  • Kann Dir exakt sagen, wie alt ihr Kind ist. "Sie ist 17 Wochen und drei Tage alt." "Also vier Monate?" "Neiiiiin. Hast Du ein Wort von dem gehört, was ich gesagt habe?"
  • Weiß genau, in welchem Alter welcher Meilenstein passieren sollte und fürchtet sich entweder, wenn ihr Kind den Meilenstein nicht im passenden Alter erreicht, oder prahlt damit, wie entwickelt ihr Kind ist. "Stuart konnte im Alter von sieben Wochen, fünf Tagen rollen!!! #genialesbaby #jungenwunder #dieseskind #uniabschlussmitzwoelf

  • Ist total schockiert, gestresst und aufgeregt, wenn ihr Kind zum ersten Mal einen Wutanfall im Supermarkt hat.

Die Das-zweite-Mal-Mutter (zwei Kinder)

  • Fragt sich, warum sie beim ersten Kind dachte, keine Zeit zu haben.
  • Beginnt zu entdecken, dass all die Dinge, von denen sie dachte, dass sie eine direkte Folge ihrer hervorragenden Beziehung seien, in Wahrheit eine Kombination aus Glück und Persönlichkeit waren. Sie hatte ein Kind, das gut schläft, wegen des Schlaftrainings, das sie gemacht haben? Das zweite wird ganz sicher die ganze Nacht wachbleiben, völlig egal, was sie versucht. Das erste Kind quengelte nie, weil sie sich weigerte, auf diese Art von Stimme zu reagieren? Das zweite wird Pokale gewinnen für seine weinerliche Beharrlichkeit, völlig ungeachtet der besten Versuche, ihm oder ihr das abzugewöhnen.
  • Fühlt sich schuldig wegen des Mangels an persönlicher Aufmerksamkeit, die jedes Kind bekommt. Das älteste muss sich wegen des Wandels vernachlässigt fühlen und das jüngste wird ganz sicher einen unterdurchschnittlichen IQ haben, weil man ihm nicht drei Stunden pro Tage vorliest.
  • Macht die schockierende Erfahrung, dass Ärzte nicht alles wissen. Das ist gleichzeitig beängstigend und befreiend.
  • Fährt nur zum Supermarkt, wenn es wirklich nötig ist, um Wutanfälle beim Einkaufen zu vermeiden.

Die Unterzahl-Mutter (drei oder mehr Kinder)

Bietet ungefragte (und häufig unerwünschte) Ratschläge an, denn egal wie die Situation ist, sie "hat das schon erlebt".

  • Ist total entspannt. Sehr. Das erste Kind bekam nie einen Bissen Zucker, bis es drei war, das zweite Kind probierte seinen ersten Zucker auf seiner ersten Geburtstagsparty, das dritte Kind mampfte von Mamas Eiscreme mit sieben Monaten. Das erste Kind machte Töpfchentraining mit 18 Monaten, das zweite Kind musste Unterwäsche im Alter von zweieinhalb Jahren tragen, das dritte Kind brachte sich das selbst bei, nachdem es letztlich entschied, genug von Windeln zu haben.
  • Merkt, dass niemand so viel von ihrem Kind hören will wie sie. Sie redet immer noch eine Menge über sie, aber sie versucht, es auf einem vernünftigen Level zu halten. "Billy hat gestern etwas wirklich Süßes getan. Er zog die Schuhe seines Vaters an und ging durchs Haus, während er mit tiefer Stimmt redete. Also, erzähl mir von dem neuen Buch, das Du gerade liest. Ist es so gut wie der Film?"

  • Merkt außerdem, dass niemand 40 Bilder ihrer Kinder in Halloween-Kostümen sehen will, wo eines reicht. Hey, sogar sie selbst will nicht 40 Bilder ihrer Kinder in Halloween-Kostümen sehen.
  • Versucht sich an einem Stundenplan für den jüngsten, hält den aber nur 30 Prozent der Zeit ein. Das Baby wird sehr gelassen, weil es die ganze Zeit seit der Geburt hierhin und dorthin gefahren wurde.
  • Muss nachdenken, bevor sie erzählen kann, wie alt ihre Kinder sind. Muss auch nachdenken, bevor sie Dir die Namen ihrer Kinder sagen kann.
  • Hat eine ungefähre Vorstellung davon, in welchem Alter welcher Meilenstein erreicht werden sollte. Ignoriert die Tatsache, dass der jüngste einen Meilenstein nicht erreicht hat, weil Erfahrung ihr sagt, dass es ihm gut geht und er das eben tun wird, wenn er bereit dazu ist.

  • Wenn sie die Gelegenheit dazu hat irgendwo für sich selbst zu sein, verbringt sie ihre halbe Zeit damit, wie ein Schulmädchen zu lachen, während sie Räder schlägt.
  • Weiß, dass "das vorbei gehen wird", was jede einzelne Phase etwas leichter handhabbar macht.
  • Fürchtet Ausflüge zum Supermarkt, denn mit drei oder mehr Kindern wird garantiert eines von ihnen einen Wutanfall haben. Fühlt die strafenden Blicke der Kurz-davor-Eltern. Ist gleichzeitig beschämt von den Umständen und belustigt von dem Gedanken an dieselben Menschen in ein paar Jahren, wenn sie mit ihren eigenen schreienden Kindern umgehen müssen. Weiß, dass diese Zeit der große Ausgleich ist.

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