WIRTSCHAFT
18/04/2016 02:51 CEST | Aktualisiert 18/04/2016 04:34 CEST

"Mehr deutsche Handschrift": CSU fordert Deutschen als EZB-Chef

Kai Pfaffenbach / Reuters
"Mehr deutsche Handschrift": CSU fordert Deutschen als EZB-Chef

  • Führende CSU-Politiker fordern: Der nächste EZB-Chef muss ein Deutscher sein

  • Die Kritik an Mario Draghis Geldpolitik wird in Deutschland immer lauter

Im Jahre 2019 endet die Amtszeit des Chefs der Europäischen Zentralbank Mario Draghi. In der CSU herrscht bereits klare Vorstellungen, was sein Nachfolger mitbringen sollte: Vor allem einen deutschen Pass. Führende CSU-Politiker sprachen sich jetzt in der "Bild“ dafür aus, dass ein Deutscher der nächste Präsident der EZB werden müsse.

"Die Politik von Mario Draghi hat zu einem massiven Glaubwürdigkeitsverlust der EZB geführt“, sagte der Vizechef der Unionsfraktion, Hans-Peter Friedrich. An der Spitze der Zentralbank müsse daher in Zukunft jemand stehen, "der sich der Tradition der Währungsstabilität der deutschen Bundesbank verpflichtet fühlt“.

Söder will "mehr deutsche Handschrift"

Auch der CSU-Außenpolitiker und Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Uhl kritisierte Draghi und die Nullzins-Politik der EZB. "Wir brauchen in Zukunft einen deutschen Finanz-Spezialisten an der Spitze der EZB“, forderte Uhl.

Von "mehr deutscher Handschrift“ und einem "Richtungswechsel“ spricht derweil der bayrische Finanzminister Markus Söder.

In Deutschland wird die Kritik an der Politik der Europäischen Zentralbank immer lauter. Nachdem die EZB im März der Leitzins auf null Prozent gesenkt hatte, hatte unter anderem der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble scharfe Kritik am geldpolitischen Kurs geäußert.

Der Grund: Unter dem Nullzins leiden die Deutschen, die traditionell als Sparer-Volk gelten, besonders. Zudem profitiert Deutschland mit seiner rückläufigen Schuldenquote weit weniger von niedrigen Zinsen als etwa Frankreich, das eine Schuldenquote von annähernd 100 Prozent aufweist.

Auch auf HuffPost:

12 Dinge, die du wissen musst, um das Ausmaß der Panama-Leaks zu begreifen

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

bp