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16/04/2016 14:29 CEST | Aktualisiert 21/04/2016 07:44 CEST

Warum eine New Yorkerin ein Schiff brauchte, um Gemüse anbauen zu dürfen

"Swale": So ist Urban Gardening auch in New York erlaubt
Mary Mattingly
"Swale": So ist Urban Gardening auch in New York erlaubt

Grünflächen sind nicht nur eine nette Dekoration für Großstädte. Sie sind Oasen. Ruhepole zum Durchatmen und Abschalten.

Neben Parks entstehen deshalb auch immer mehr urbane Gärten: Sie bieten Städtern die Möglichkeit, ihre Lebensmittel selbst anzubauen und so frisches Obst und Gemüse zu ernten – fernab vom Land.

Im Gegensatz zu exklusiven Schrebergärten gilt für viele dieser öffentlichen Räume das "Sharing-Prinzip" (etwa: "Das Prinzip des Teilens"). Das bedeutet: Anbauen und ernten darf, wer will.

So sollen ein urbaner Garten New York City verändern

Großstädte wie Berlin, London und Seattle haben dieses demokratische Konzept längst lieben gelernt. In New York ging das nicht.

Dort nämlich verhinderte ein Gesetz aus dem 18. Jahrhundert, dass ein solcher Ort entstehen konnte. Ursprünglich sollte die Regelung Bürger davon abhalten, öffentliche Parks zu plündern.

Die New Yorker Künstlerin Mary Mattingly aber gab nicht auf. Sie entwickelte ein geniales Konzept, mit dem sich das antiquierte Gesetz umgehen ließ: Sie schuf "Swale", ein vierundzwanzig mal neun Meter großes Beet - das sich an Bord eines Tankers befindet.

Ab Juni soll es über die Wasserkanäle der Großstadt treiben und an verschiedenen Punkten andocken, um New Yorkern aus verschiedenen Bezirken die Möglichkeit zu geben, frisches Obst und Gemüse zu ernten.

Ein treibendes Beet

"Wir wollen zeigen, dass gesunde frische Nahrung eine kostenlose, öffentliche Dienstleistung sein kann, nicht nur ein teures Wirtschaftsgut - und dass es für eine Stadt nicht so schwer wäre, dies bereitzustellen", erklärte Gründerin Mattingly im Interview mit "CityLab.com".

Auf die Idee kam die New Yorkerin bereits 2009. Damals startete sie ein Pionier-Projekte mit vier Freunden, für das sie sechs Monate auf einem Boot lebte, um zu beweisen, dass es möglich ist, autark von der Gesellschaft zu leben.

"Wir müssen die Nutzung von öffentlichem Raum überdenken"

Für ihr neues Projekt - den treibenden urbanen Garten "Swale" - holte sie sich Designer, Ingenieure und New Yorker Studenten an Bord. Genau von dieser Art Kooperationen lebe das Projekt, meint Mattingly.

Wenn der Garten gut ankommt, hofft sie darauf, dass die Stadt New York ihre veraltete Gesetzeslage eventuell überprüft - und den Weg frei macht für eine grünere und fairere Stadt.

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(sk)