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16/04/2016 11:37 CEST | Aktualisiert 16/04/2016 13:35 CEST

Jan Böhmermann will erst mal Fernsehpause machen - und geht nach "Nordkorea"

Böhmermann verabschiedet sich in eine Pause - mit einer Satire
Morris MacMatzen / Reuters
Böhmermann verabschiedet sich in eine Pause - mit einer Satire

  • Jan Böhmermann hat eine Fernsehpause angekündigt

  • Und macht mit seinem Facebook-Post nochmal deutlich, was wir dann vermissen werden

Satiriker Jan Böhmermann hat auf Facebook angekündigt, eine Fernsehpause einzulegen.

Zur Begründung verweist er auf die Ereignisse der vergangenen Wochen. Sein Schmähgedicht über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hatte zu höchsten politischen Verwicklungen und Strafanzeigen gegen ihn geführt.

Eine Sendepause wäre da nur logisch. Obwohl sein Sender, das ZDF, offiziell hinter ihm steht.

So, wie Böhmermann seine Begründung ausformuliert, ist sie allerdings wieder – Satire:

"Konzentration auf die wichtigen Dinge: Flüchtlinge, Katzenvideos"

Jetzt, schreibt Böhmermann, sollten sich die „die hiesige Öffentlichkeit und das Internet mal wieder auf die wirklich wichtigen Dinge wie die Flüchtlingskrise, Katzenvideos oder das Liebesleben von Sophia Thomalla konzentrieren“.

Bitte nicht noch mehr Solidarität à la Hallervorden

„Darüber hinaus ist die Redaktion davon überzeugt, dass ein weiterer Song von Dieter ,Didi’ Hallervorden zum Thema unbedingt zu verhindern ist. Das, und darin sind sich hier alle einig, MUSS oberste Priorität haben!“

Hallervorden hatte sich wie viele Komiker und Prominente mit Böhmermann solidarisiert – und dann einen Song verfasst, der zwar stellenweise etwas bissig war – aber nicht das Zeug zum politischen Erdbeben hatte.

(Der Text geht unter dem Video weiter.)

Böhmermann bedankte sich für die Unterstützung, die er von seinen Fans erfahren habe. Und verweist in dem Zusammenhang auf ein Problem: Solidarität gab es nämlich nicht nur von edlen Verfechtern der Pressefreiheit. Sondern auch von ganz weit rechts außen. Von der AfD-Europaabgeordneten Beatrix von Storch:

Böhmermann lästert: „Wenn selbst Beatrix von Storch auf einmal mit erhobenem Mauszeiger auf Seiten der Satire kämpft, über wen soll ich dann noch Witze machen? Nicht auszudenken, wenn sich auch noch Til Schweiger zwischen zwei Flaschen Emma Cuvé aus dem mallorquinischen Frühling melden würde, um mir beizustehen oder Campino und Bob Geldof plötzlich mit einem Charity-Song um die Ecke kämen.“

Auf nach Nordkorea

Er verlasse erst mal das Land. Und gehe nach Nordkorea. Um das mit der Pressefreiheit genau zu lernen. Und dann auf dem Segway den Jakobsweg zu pilgern.

Wir hoffen, dass es Jan Böhmermann dann Reiseberichte liefert. Schade, dass er jetzt erst mal weg ist.

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