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16/04/2016 05:35 CEST | Aktualisiert 16/04/2016 11:42 CEST

Wie die SPD durch Planlosigkeit die AfD stärkt

Die SPD in der Krise
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Die SPD in der Krise

  • Die SPD befindet sich landesweit in einer tiefen Krise

  • Die Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern könnten diese noch vertiefen

Es sind harte Zeiten für die Sozialdemokraten. Bei den vergangenen Landtagswahlen wurde die einst etablierte "Volkspartei" sowohl in Baden-Württemberg, als auch in Sachsen-Anhalt zügig von rechts überholt.

Doch es könnte noch härter kommen. Denn: Die nächsten Landtagswahlen stehen bereits vor der Tür. Im Spätsommer wählen Berlin und Mecklenburg-Vorpommern - und die Prognosen sehen düster aus.

Die SPD verliert auch in Berlin Wähler

Laut einer aktuellen Wahlumfrage von Infratest dimap im Auftrag der Berliner Morgenpost fällt die Unterstützung für die SPD im liberalen Berlin auf 23 Prozent, die AfD legt dagegen zu und käme aktuell auf 13 Prozent.

In Mecklenburg-Vorpommern sieht eine Studie des Instituts INSA im Auftrag der BILD-Zeitung die SPD bei rund 22 Prozent, die AfD bei gut 16 Prozent. Ein Einzug in den Landtag wäre den Rechtspopulisten in beiden Ländern bei gleichbleibenden Zahlen sicher.

Die SPD scheint auf den eigenen Abwärts- und den damit verknüpften Aufwärtstrend der AfD bisher noch keine Strategie gefunden zu haben. Besonders in Berlin scheint das Chaos perfekt: Statt eine Linie zu bilden, bekriegt sich die Partei dort selbst, berichtete das "Handelsblatt".

"Die symbolische Wirkung wäre ein Desaster"

Statt einheitlich an einer Strategie zu arbeiten, versuche dort der regierende Bürgermeister Michael Müller mit einer Attacke auf seinen eigenen Parteivorsitzenden Jan Stöß nun selbst Vorsitzender zu werden, kritisiert das Blatt. Die symbolische Wirkung des Erstarkens der AfD und einer schwachen SPD in Berlin wäre ein Desaster, warnt der Artikel weiter.

Auch auf nationaler Ebene lässt sich die Identitätskrise der Partei schwer abstreiten.

Im Deutschlandtrend von Anfang April gaben nur noch 39 Prozent an, mit Parteichef Sigmar Gabriel "sehr zufrieden" oder "zufrieden" zu sein. Zur selben Zeit rutschte die Partei in einer bundesweiten Umfrage zum ersten Mal unter 20 Prozent.

Mit Material von dpa

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