WIRTSCHAFT
15/04/2016 18:55 CEST | Aktualisiert 17/04/2016 12:19 CEST

Geld fürs Nichtstun: Lausanne will das Grundeinkommen testen

Centre ville et zone attractive de la ville de Lausanne, capitale vaudoise, Suisse
Samuel Gachet via Getty Images
Centre ville et zone attractive de la ville de Lausanne, capitale vaudoise, Suisse

  • Die Stadt Lausanne will in einem Pilotprojekt das Grundeinkommen testen

  • Das Projekt kommt nur wenige Monate vor der landesweiten Abstimmung der Schweiz

Nur wenige Monate vor der landesweiten Abstimmung über das bedingungslose Grundeinkommen in der Schweiz macht die Stadt Lausanne ernst.

Am Dienstagabend hat das Stadtparlament beschlossen, ein Pilotprojekt ins Leben zu rufen, um das bedingungslose Grundeinkommen schon einmal in der Praxis zu testen, berichtet die "Neue Zürcher Zeitung".

Der Vorschlag für das Projekt kam demnach von den Grünen und soll in Kooperation mit der Universität Lausanne durchgeführt werden. In der Testphase sollen vor allem Menschen teilnehmen, die Sozialhilfe beziehen, heißt es in dem Bericht weiter.

Funktioniert das bedingungslose Grundeinkommen in der Praxis?

"Der Pilotversuch soll keine zusätzlichen Gelder verschlingen", sagte Léonore Porchet im Interview mit dem Blatt. Bei der Hälfte der Studienteilnehmer würden Bedingungen für den Bezug der Gelder gestellt, bei der anderen nicht.

Das Ziel: Es soll herausgefunden werden, inwiefern Bedingungslosigkeit den Arbeitswillen und die Gesundheit der Menschen, die Grundeinkommen beziehen, beeinflusst, heißt es weiter.

Das Pilotprojekt kommt durchaus zu einem sensiblen Zeitpunkt: Am 5. Juni sollen die Schweizer über die viel diskutierte Grundkommen-Initiative abstimmen.

2500 Franken im Monat

Befürworter hoffen auf ein bedingungsloses Grundeinkommen in Höhe von rund 2500 Franken (also circa 2280 Euro). Rund 208 Milliarden Franken würde das Projekt die Schweizer Regierung kosten.

Diese Grafik der Initiative soll zeigen, wie das Grundeinkommen finanziert werden könnte:

Die Werbung für das Projekt läuft auch bereits auf Hochtouren. Erst im März berichteten wir über Unterstützer, die 10.000 Franken an Passanten verteilten, um auf das Grundeinkommen aufmerksam zu machen.

Die beste Werbung für das bedingungslose Grundeinkommen jedoch wäre wohl das Gelingen des Pilotprojekts in Lausanne. Was dort klappt, könnte auch im ganzen Land gelingen.

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