POLITIK
15/04/2016 18:14 CEST

30.000 syrische Vertriebene fliehen erneut vor dem IS

30.000 Flüchtlinge müssen wieder vor dem IS fliehen
Osman Orsal / Reuters
30.000 Flüchtlinge müssen wieder vor dem IS fliehen

  • 30.000 Bewohner von Flüchtlingslager in Syrien mussten erneut vor dem IS fliehen

  • Menschenrechtler werfen der Türkei vor, auf Zivilisten zu feuern

In Nordsyrien sind Abertausende Menschen aus Flüchtlingslagern vor den Milizen des Islamischen Staates (IS) geflohen. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) mussten 30.000 Vertriebene erneut flüchten.

HRW berichtete unter Berufung auf internationale Helfer und auf Vorsteher von Flüchtlingslagern bei Asas nahe der türkischen Grenze, aus zehn Camps seien mindestens die Hälfte der Bewohner vor dem IS-Vormarsch geflogen.

Gigantische Camps verwaist

Sie hätten in anderen Lagern an der Grenze und in der nahegelegenen Stadt Asas Zuflucht gesucht. Drei Lager mit einst 24.000 Schutzsuchenden seien inzwischen verwaist.

Menschenrechtler machen Türkei schwere Vorwürfe

HRW warf türkischen Grenzschützern am Freitag vor, auf Zivilisten zu schießen, die im Nachbarland Zuflucht vor dem Vormarsch des IS nördlich der syrischen Stadt Aleppo suchen wollten. Die Regierung in Ankara wolle damit ihre Forderung nach der Schaffung von „Schutzzonen“ für Flüchtlinge auf der syrischen Seite der Grenze durchsetzen.

HRW warf der Türkei auch vor, Flüchtlinge an der Grenze gewaltsam nach Syrien zurück gezwungen zu haben. Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat der Türkei in der Vergangenheit vorgeworfen, Flüchtlinge zurück nach Syrien zu schicken.

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