WIRTSCHAFT
15/04/2016 07:53 CEST

So schaffen die Skandinavier das Bargeld ab

Frankfurt, Hesse, Germany, Europe
Holger Leue via Getty Images
Frankfurt, Hesse, Germany, Europe

  • In Schweden zahlen fast nur noch ältere Menschen mit Bargeld

  • Auch in Finnland und Norwegen ist der Trend klar

Mancher Volkswirt würde Bargeld am liebsten abschaffen. Aber viele Bürger wehren sich vehement gegen das Ende des Bargelds. Sie fürchten einen Eingriff in ihre Freiheit.

Nun springt den Bargeld-Befürwortern auch Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele bei. Erfordert in der Debatte mehr Sachlichkeit. "Die Argumente, die gegen Bargeld und Barzahlungen vorgebracht werden, sind wenig überzeugend", sagte Thiele. "Das Argument der Bekämpfung von Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung, Geldwäsche oder Kriminalität greift nicht."

Vor allem Schweden zahlen bargeldlos

Die Europäische Union prüft derzeit Obergrenzen bei Bargeldzahlungen wie es sie in vielen Ländern schon gibt. Deutschland hatte eine Grenze von 5000 Euro für Barzahlungen ins Spiel gebracht. Zudem wird in der Europäischen Zentralbank (EZB) über die Abschaffung des 500-Euro-Scheins nachgedacht.

Zwar sind die meisten Deutschen immer noch für das Bargeld - doch ein Blick nach Skandinavien zeigt, dass es auch ohne Bargeld geht. Denn in Schweden und Dänemark sind Münzen und Scheine schon seit Jahren auf dem Rückzug.

Mittlerweile bezahlt ein Großteil der Dänen und Schweden entweder mit Karte oder mobil über eine App mit ihrem Handy. Das geht auf dem Flohmarkt genauso wie im Taxi oder in der Kneipe. Höchste Banknote in beiden Ländern ist der 1000-Kronen-Schein (1000 schwedische Kronen sind umgerechnet etwa 105 Euro, 1000 dänische Kronen entsprechen rund 134 Euro).

Noch müssen Geschäfte Bargeld annehmen

Noch sind Geschäfte verpflichtet, Bargeld anzunehmen. Doch auch das steht inzwischen zur Debatte.

Im Gegensatz zu Ländern wie Schweden oder Dänemark ist Bargeld in Deutschland noch immer sehr beliebt: Gut die Hälfte (53 Prozent) der Einkäufe im Einzelhandel werden bar bezahlt.

Insgesamt sind laut Bundesbank sogar 79 Prozent aller Transaktionen Barzahlungen. Bis zur Grenze von 50 Euro erfolgen demnach die meisten Zahlungen in bar. Im Schnitt hat jeder Deutsche laut Bundesbank 103 Euro an Banknoten und Münzen im Geldbeutel.

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