POLITIK
14/04/2016 03:57 CEST | Aktualisiert 14/04/2016 04:03 CEST

Maischberger: Börsen-Experte verrät, warum reiche Deutsche die dämlichsten Anleger sind

Finanzjournalist Frank Lehmann bei "Maischberger"
WDR/Max Kohr
Finanzjournalist Frank Lehmann bei "Maischberger"

  • Sandra Maischberger diskuiterte mit ihren Gästen über die Gier der Banken

  • Die Runde kam zu einem einstimmigen Ergebnis

Der Finanzskandal rund um die “Panama Papers” hat Misstrauen hinterlassen. Überrascht hat nicht, dass westliche und auch deutsche Banken Geschäfte mit Briefkastenfirmen in Panama machen. Sondern vielmehr das dramatische Ausmaß.

Sandra Maischberger stellte daher gestern in der ARD ihren Gästen die Frage. "Gier ohne Grenzen: Sind unsere Banken nur für Reiche da?"

"Die Gier frisst das Hirn"

Der Steuerberater Josef Müller weiß, wie das Geschäft mit den Steueroasen läuft. Er war eins Honorarkonsul von Panama und zweigte das Geld seiner Kunden für sich selbst ab. Um insgesamt mehr als sieben Millionen Euro hat er seine Anleger geprellt - und landete im Knast. Die Gier frisst das Hirn", fasst er sein damaliges Tun zusammen.

Angesichts politischer Pläne für eine transparentere Finanzwirtschaft zeigt er sich skeptisch: "Das Kapital findet immer Schlupflöcher", sagt er überzeugt.

"Steuern sparen ist das Hobby der Superreichen"

Ähnlich äußert sich der Finanzjournalist Frank Lehmann. "Die, die sehr viel haben, wollen immer noch mehr", sagte er. In Deutschland sei dies besonders schlimm: "Wir haben in Deutschland die Mentalität, dass die Leute sagen, ich setze mein gesamtes Vermögen aufs Spiel, nur um Steuern zu sparen. Das gibt es in keinem anderen Land der Welt. Steuern sparen ist das Hobby der Superreichen.“

ARD-Reporter Christoph Lütgert sagt: Mir hat noch keiner erklären können, wieso man für anständige Zwecke eine Briefkastenfirma braucht." Er schildert einen Selbstversuch. Das Aufstellen einer Briefkastenfirma ist anscheinend nicht schwieriger als das Einrichten eines Postfachs. Ein Anruf, nach vier Tagen habe er seine Offshore-Firma gehabt. Kosten: 3000 Euro.

"Wenn eine Bank anruft, legt man am besten gleich auf"

Auch zur Gier der Banken hat er etwas zu berichten. "Meiner 93-jährigen Mutter hat eine Bank eine Anlage mit einer Laufzeit von 13 Jahren verkauft!"

Helge Petersen vertritt als Rechtsanwalt in Kiel geprellte Anleger: Er spricht Klartext: "Finanzprodukte nutzen immer nur der Bank, nie dem Kunden." Sein Tipp: "Wenn eine Bank anruft, legt man am besten gleich auf". Er muss es wissen.

"Es wird ausgenutzt, dass die Menschen die Produkte nicht verstehen", sagte die Linken Fraktionschefin Sahra Wagenknecht. Sie sucht die Schuld in der Politik und lästerte über Wolfgang Schäubles Zehn-Punkte-Plan gegen Briefkastenfirmen und Geldwäsche. "Belangloses Gerade" nennt sie den.

Die Runde kommt zu einem eindeutigen Ergebnis. Maischbergers Eingangsfrage beantwortet sie mit einem klaren "Ja".

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