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14/04/2016 13:02 CEST | Aktualisiert 14/04/2016 13:08 CEST

Hamburg wagt für seine Bürger, was sich keine andere deutsche Stadt traut

Hamburg, meine WLAN-Perle?
Thinkstock
Hamburg, meine WLAN-Perle?

Was Hamburg jetzt für seine Bürger einführt, war in Deutschland längst überfällig: Seit heute gibt es in der Hansestadt ein kostenloses, unbegrenztes WLAN. Für alle. Damit ist Hamburg Deutschlands erste Großstadt, in der man öffentlich nicht nur an Hotspots surfen kann.

"MobyKlick" ermöglicht surfen in der Stadt

"MobyKlick" – So heißt das neue WLAN, mit dem sich Hamburger und Gäste der Stadt mit Tablet oder Smartphone ins Netz einloggen können. Nahe der Binnenalster hat der Anbieter Willy.tell zusammen mit dem Stromnetz Hamburg eine Zugangsstelle eingerichtet.

Voraussetzung für den Login ist ein internetfähiges Smartphone oder Tablet. Dann kann nach Angaben von Willy.tell mit bis zu einem Gigabit pro Sekunde gesurft werden.

Ausbau bis Ende 2017

Bisher ist der Raum, in dem das Surfen möglich ist, noch begrenzt. Der Bereich erstreckt sich über etwa 500 Meter innerhalb der Innenstadt zwischen Alstertor und Gerhardt-Hauptmann-Platz. 500 Nutzer können gleichzeitig an einem drahtlosen Zugangspunkt auf das Internet zugreifen.

Bis Ende 2017 soll das Netz ausgebaut werden und sich dann auf eine Fläche von 3,3 Quadratkilometern quer durch Hamburg ausdehnen.

Gewerbetreibende zahlen für das Netz

Willy.tel-Chef Bernd Thielk sieht das Projekt in den kommenden Jahren stark wachsen: "Es gibt Prognosen, nach denen sich der Traffic (Datenverkehr, Anm. d. Red) über Smartphones in den kommenden Jahren versiebenfachen wird", sagte er im Interview mit die "Welt".

Für den Anbieter soll es sich zu einem lukrativen Geschäftsmodell entwickeln: Die Nutzer surfen kostenlos, die Gewerbetreibenden, die die Kunden von Willy.tel sind, müssen für das Angebot bezahlen.

Ein Vorteil gegenüber den Hotspots, die es bereits an vielen öffentlichen Plätzen, Restaurants, Cafés oder Geschäften gibt, sieht Thielk in den neuen Zugangspunkten, sogenannten WLAN-Access-Points. Im Gegensatz zu Hotspots muss man sich bei den Access-Points nur einmal einloggen und kann dann den kompletten Empfangsbereich nutzen.

Öffentlicher Nahverkehr bald auch mit WLAN

Das öffentliche WLAN soll es bald auch in den öffentlichen Verkehrsmitteln Hamburgs geben. Zwei Buslinien (3 und 31) der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein (VHH) bieten den Service bereits an. Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) startet nächste Woche: Die Buslinie 5 und zwei U-Bahnstationen, die noch unklar sind, sollen dann öffentliches WLAN bieten.

Langfristiges Ziel des HVV ist es, in allen Bussen und an allen U-Bahnstationen WLAN anzubieten.

Viele deutsche Städte und Betriebe für den öffentlichen Nahverkehr gehen mit der Installation eines öffentlichen WLAN noch sehr zögerlich um. Während etwa Metropolen wie Madrid oder London längst mit dem Netz für alle ausgestattet sind, gibt es in Deutschland bisher in einigen deutschen Städten nur Hotspots.

In Estland ist an fast allen Orten kostenloses WLAN verfügbar: Auf öffentlichen Plätzen, in Parks, an Bushaltestellen, in Zügen, in Supermärkten. Ja, sogar an Stränden und mitten im Wald.

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(sho)