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14/04/2016 02:43 CEST | Aktualisiert 14/04/2016 04:07 CEST

"El Presidente": Deshalb wurde der Chef des Araber-Clans nie abgeschoben

Der "Präsident" bei seiner Verhandlung vor einem Berliner Gericht
DPA
Der "Präsident" bei seiner Verhandlung vor einem Berliner Gericht

  • Die Polizei ging gegen mutmaßlich kriminelle Mitglieder des arabischen Al-Z.-Clan vor

  • Dessen Chef - "El Presidente" - konnte nie abgeschoben werden

  • Der Grund war, dass seine Staatsbürgerschaft nie geklärt werden konnte

Mit einem Großeinsatz ist die Berliner Polizei gegen mutmaßlich kriminelle Mitglieder des arabischen Al-Z.-Clan vorgegangen.

Acht Männer im Alter von 20 bis 56 Jahren wurden am Dienstagmorgen verhaftet. Die Polizei durchsuchte 18 Wohnungen, Gaststätten und Firmenräume. 220 Polizisten waren im Einsatz, darunter 60 Mitglieder eines Spezialeinsatzkommandos (SEK).

Nicht festgenommen wurde das Oberhaupt des kurdisch-libanesischen Clans, Mahmoud Al-Z. Er kam "Bild.de" zufolge 1982 nach Deutschland. Woher er komme, sei nicht genau klar, jedoch sei er damals im April aus dem Libanon eingereist und habe Asyl beantragt.

Abschiebung scheiterte am fehlenden Pass

Dieser wurde abgelehnt, doch sei Al-Z. nicht abgeschoben worden, da er keinen gültigen Pass besaß. Klar ist, dass er schnell kriminell wurde.

Dazu passend: An alle kriminellen Familien-Clans: "Raus aus unserem Neukölln!"

Doch sämtliche Versuche, ihn abzuschieben, scheiterten aufgrund des fehlenden Passes. Seine Frau beantragte unterdessen für die Familie Sozialhilfe - über 3000 Mark monatlich.

Der Unterwelt-König verschleierte Angaben zu seiner Identität stets. "El Presidente" könnte Türke oder Libanese sein, bei Gerichtsverhandlungen in der Vergangenheit sei dies nie endgültig geklärt worden.

"Drogenhandel, Diebstahl und Körperverletzung"

Selbst sein Alter ist unbekannt. Ein LKA-Fahnder erklärt "Bild.de" gegenüber dazu: "Egal, woher er kommt, der Mann wurde hier schnell kriminell und landete in der Jugendstrafanstalt."

Weiter erklärte der Fahnder gegenüber der Zeitung, dass es bei Al.-Z. seit jeher um "Drogenhandel, Diebstahl und Körperverletzung" ginge.

In den 90er Jahren wurde er "Bild.de" zufolge als Pate der Unterwelt bezeichnen. Er habe sich durch brutales und kaltblütiges Agieren an die Spitze des Milieus katapultiert. Prozesse - unter anderem wegen Drogenhandels und Sozialhilfebetrugs - habe er meist ohne gravierendere Konsequenzen überstanden.

Bei der Razzia wurde ein Porsche beschlagnahmt

Erst 2005 habe ihn ein SEK-Kommando schließlich festgenommen. Nach 52 Verhandlungstagen wurde der sogenannte "Präsident" vom Berliner Landgericht wegen Drogenhandels zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Er hatte seine Beteiligung an Geschäften mit Kokain und Haschisch aus den Niederlanden eingeräumt.

Diese habe er jedoch nicht absitzen müssen, sondern sie im offenen Verzug verbüßt. Eine Abschiebung sei auch damals nicht möglich gewesen, weil die libanesische Botschaft keinen Pass ausstellte. Nach seiner Freilassung zog er nach Duisburg, wo er Kontakt zu den Hells Angels unterhält.

Mahmoud Al-Z. blieb auch danach eine der wichtigsten Figuren der Szene. Er lebt offiziell wohl noch immer vom Arbeitslosengeld.

Doch die Familie scheint alles andere als mittellos zu sein: Bei der Razzia am Dienstag wurde auch ein Porsche beschlagnahmt.

Mit Material der DPA

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