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13/04/2016 04:50 CEST | Aktualisiert 13/04/2016 04:51 CEST

Warum Schüler mit einem 3er-Durchschnitt später die erfolgreichsten Menschen sind

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Gute Noten und einen ordentlichen Abschluss zu bekommen, ist der sicherste Weg zum Erfolg. Das ist zumindest der Eindruck, den uns Bildungs-Institutionen vermitteln wollen. Aber die Liste von Prominenten, die in der Schule eher mittelmäßig waren und trotzdem später in unterschiedlichen Bereichen extrem erfolgreich wurden, widerlegt das eindeutig.

Charles Darwin galt in der Schule als mittelmäßiger Schüler, Thomas Edisons Lehrer sagte ihm, er sei "zu dumm, um irgendwas zu lernen" und Mark Zuckerberg, Steve Jobs und Bill Gates brachen allesamt das College ab, um ihre inzwischen Milliarden-schweren Firmen zu gründen.

Dass es kein Wunder ist, wie erfolgreich diese Nicht-Musterschüler in ihrem späteren Leben wurden, zeigen diese fünf Stärken von 3er-Kandidaten:

1.) Sie sind risikobereit

Im Gegensatz zu braven Musterschülern, die sich Lernpläne und To-Do-Listen schreiben, um die 1 auch hinter dem Komma noch zu optimieren, leben 3er- und 4er-Schüler mit der Gefahr, durchzufallen.

Diese Risikobereitschaft lässt sich in der Wirtschaft gut anbringen, wie gern gebrauchte Sprichwörter wie "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt" und zahlreiche Unternehmensgeschichten belegen.

2.) Sie können mit Misserfolgen umgehen

Eine weitere wichtige Lektion, die man ohne ständige Bestnoten lernt: Ein kleiner Fehler bedeutet noch lange nicht den Weltuntergang.

Die Stehaufmännchen-Mentalität von Menschen, die Prüfungen nachschreiben mussten, ist Einser-Schülern eher fremd. Für sie kommt ein suboptimales Ergebnis gar nicht erst in Frage.

3.) Sie lernen, die eigenen Schwächen auszugleichen

Richard Branson, der mehrere Milliarden-schwere Gründer der Virgin-Group, brach mit 15 die Schule ab, nachdem er dort jahrelang aufgrund seiner Legasthenie mit Problemen zu kämpfen hatte.

Er sagt heute, dass seine eigenen Schwächen ihm beigebracht haben, mit anderen zusammen zu arbeiten und Aufgaben zu delegieren, die er selbst nicht gut erledigen konnte.

Somit hat die Lernbehinderung Branson zu einer der wichtigsten Qualitäten einer Führungsperson verholfen.

4.) Sie machen ihr eigenes Ding

Mittelmäßige Schüler können im etablierten System von Schulen und Universitäten keine wirklichen Erfolgserlebnisse vermelden oder sind schlicht nicht daran interessiert.

Deshalb suchen sie sich gern andere Dinge, in denen sie gut sind und werden mit ihren eigenen Konzepten oft viel erfolgreicher als ihre mustergültigen Klassenkameraden auf dem herkömmlichen Weg.

nichtmusterschüler

So machten es nicht nur Mark Zuckerberg und Bill Gates, sondern zum Beispiel auch Elisabeth Holmes. Die Medizinerin brach mit 19, die Uni ab. Das Geld, das durch die wegfallenden Studiengebühren plötzlich da war, legte sie in ihre eigene Firma an.

Das ermöglichte ihr, über zehn Jahre hinweg eine neue, einfachere und schmerzfreie Form des Bluttests zu entwickeln, die sie zur jüngsten Milliardärin der Welt machte.

5.) Sie haben emotionale Intelligenz und soziale Kompetenz gelernt

All die Zeit, die frei wird, wenn man "nur" für eine 3 lernen muss, ist Freizeit. Darin lernt man weit mehr über das Verhalten seiner Mitmenschen als in diesem tollen Sozialkunde-Kurs, den man immer geschwänzt hat.

Musterschüler, die so mit Pauken und ihrem eigenen Intellekt beschäftigt sind, dass sie wenig Zeit für die Menschen in ihrem Umfeld haben, sind später nicht unbedingt sozial kompetent. Denn wie man sich verhalten sollte, wenn ein Kollege mit dem Chef schlecht über einen redet, kann man leider nicht von Vokabelkarten lernen.

Wie Forscher der Universität Bonn in eine Studie bewiesen, die im Journal of Organizational Behavior erschien, zahlt sich Empathie im Berufsleben aus. Der Studie zufolge sind die meisten Gutverdiener auch Menschenkenner mit hoher emotionaler Intelligenz.