POLITIK
13/04/2016 12:12 CEST | Aktualisiert 14/04/2016 10:21 CEST

Pierre Vogel: Deutschlands bekanntester Salafist muss jetzt um sein Leben fürchten

  • Eine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen im Text seht ihr im Video oben

Die Terror-Miliz IS unternimmt seit je her große Anstrengungen, um ausländische Kämpfer für ihre Zwecke zu gewinnen. Auch mehrere hundert Deutsche haben sich dem selbst ernannten Islamischen Staat bereits angeschlossen.

Einen großen Anteil an der Radikalisierung junger Muslime haben dabei salafistische Hass-Prediger. Hass-Prediger wie Pierre Vogel. Doch eben dieser scheint beim IS in Ungnade gefallen zu sein. Für Pierre Vogel, der sich selbst Abu Hamza nennt, könnte es jetzt gefährlich werden.

In der heute aufgetauchten 14. Ausgabe ihres englischsprachigen Propaganda-Magazins "Dabiq“ veröffentlichte der IS einen langen Artikel mit dem Titel "Tötet die Imame der Ungläubigen im Westen“. Darin erklären die Autoren der Propagandaschrift: "Eine Person, die sich selbst Muslim nennt, aber sich dem ‚Kufr’ (arabisch für Unglaube) schuldig macht, ist kein Heuchler – wie viele fälschlicherweise annehmen – sondern ein Abtrünniger.“

Einige Seiten später findet man ein Bild Pierre Vogels, neben dem britischen Hassprediger Bilal Philips. In der Bildunterschrift werden beide als Abtrünnige bezeichnet.

dabiq

Pierre Vogel hatte sich in Vergangenheit häufiger kritisch gegenüber dem IS geäußert. Unmittelbar nach den Anschlägen von Paris hatte sich der bekannte Salafist zu Wort gemeldet. "Ich bin der Überzeugung, dass solche Anschläge 'haram' sind, also Sünde“, hatte er erklärt.

Dennoch gab es immer wieder begründete Spekulationen über eine direkte Verbindung zwischen Pierre Vogel und der Terror-Miliz. Im vergangenen Herbst reisten etwa zwei Wolfsburger in Syrien zum IS. Wenige Monate vorher hatten sie sich mit dem Hassprediger getroffen.

Pierre Vogel hält sich weiterhin in Deutschland auf: Ob er nach dem Mordaufruf des IS um sein Leben fürchten muss, ist zumindest zu bezweifeln. Die meisten der vom Propaganda-Apparat der Terrororganisation in Vergangenheit ausgesprochenen Drohungen haben sich als leere Worte erwiesen.

Doch nicht nur muslimischen Predigern, die dem extremistischen Weltbild des IS widersprechen, drohen die Terroristen. Auch US-Präsident Barack Obama wird an mehreren Stellen als Ungläubiger bezeichnet, die islamistische Organisation der Muslimbruderschaft als „Krebsgeschwür“. Dem Westen drohe etwas, das noch niederschmetternder und noch bitterer sei als Paris und Brüssel.

obama

Die bei den Anschlägen in Brüssel getöteten IS-Kämpfer feiert das Magazin als „Kämpfer der Schahada (Islamisches Glaubensbekenntnis, Anm. d. Red.) in Belgien“.

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