POLITIK
13/04/2016 07:18 CEST | Aktualisiert 13/04/2016 07:56 CEST

Flüchtlinge verlassen zu Hunderten Elendslager in Idomeni und Piräus

Flüchtlinge verlassen zu Hunderten Elendslager in Idomeni und Piräus
Stoyan Nenov / Reuters
Flüchtlinge verlassen zu Hunderten Elendslager in Idomeni und Piräus

  • Die Flüchtlingslager in Idomeni und Piräus sollen evakuiert werden

  • In den vergangenen Tagen verließen bereits hunderte Asylsuchende die griechischen Camps

Im griechisch-mazedonischen Grenzgebiet zeigt sich die Schattenseite der europäischen Flüchtlingspolitik. Bis Mai will die griechische Regierung das Flüchtlingslager in Idomeni und jenes im Hafen von Piräus räumen. Am heutigen Mittwoch ist es in Idomeni erneut zu schweren Ausschreitungen gekommen.

Viele Asylsuchende weigerten sich lange die provisorischen Lager zu verlassen. Einige versuchten heute den Grenzzaun zu Mazedonien zu überwinden. Die Grenzbeamten sollen mit Tränengasraketen reagiert haben, berichtete das griechische Fernsehen.

Indes machen sich andere Flüchtlinge zu Hunderten auf dem Weg ins Inland. Der Weg nach Europa hat sich für sie als Sackgasse erwiesen.

Am Dienstag hätten bereits 1000 Flüchtlinge das Lager in Piräus verlassen, berichtet das griechische Staatsfernsehen ERT. Vor einigen Tagen sollen sich dort noch gut 5000 Flüchtlinge aufgehalten haben.

Der Sprecher des Stabes für die Flüchtlingskrise, Giorgos Kyritsis, sagte dem Fernsehsender: "Piräus wird langsam evakuiert – ohne Gewalt.“

Auch in Idomeni ist die Räumung weiter im Gange. Über 10.000 Menschen sollen sich hier zurzeit noch aufhalten, Hunderte machen sich täglich auf den Weg. Sie sollen in andere Auffanglager gebracht werden. "Zum ersten Mal“ bewegten sich massiv Menschen aus dem Lager weg, erklärte Kyritsis.

Insgesamt ist derzeit die Rede von 53.000 Flüchtlingen, die in Griechenland gestrandet sind. Seit dem 4. April ist der Flüchtlingspakt zwischen der EU und der Türkei in Kraft: Den Asylsuchenden droht daher, in die Türkei zurückgebracht zu werden.

Viele Flüchtlinge wollen das verhindern. Sie harren weiter in den Elendslagern in Piräus und Idomeni aus. Denn trotz der Schließung der Balkanroute haben sie noch einen Funken Hoffnung. Hoffnung auf den direkten Weg ins Innere Europas.

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