LIFE
13/04/2016 14:13 CEST | Aktualisiert 28/04/2016 12:36 CEST

Liebe Eltern, ihr erzieht eine Generation von Kindern, die nicht überlebensfähig ist

Mutter und Kind
Daniel Day via Getty Images
Mutter und Kind

THE BLOG

Sommer 1974. Ich bin 9 Jahre alt. Um 7:30 Uhr bin ich wach und außer Haus, oder - wenn es ein Samstag ist - bin ich wach und tue genau das, was mein Vater, Big Jerry, mir aufgetragen hat. Zum Beispiel den Garten harken, den Rasen mähen, Löcher graben oder Autos waschen.

Sommer 2016. Ich schleiche mich auf dem Weg zur Arbeit leise aus dem Haus und versuche, meine Kinder dabei nicht aufzuwecken, die mit Sicherheit bis 11:00 Uhr schlafen werden. Vielleicht erledigen sie ein paar der Aufgaben auf der Liste, die ich ihnen auf den Küchentresen gelegt habe.

Oder sie essen ein paar alte Cheez-Its, die seit drei Tagen in ihrem Zimmer herumliegen, damit sie nur ja nicht in die Küche gehen müssen und dann behaupten können, sie hätten die Liste "nicht gesehen".

Wir Eltern ziehen den Kürzeren

Vielleicht ist es dir noch nicht aufgefallen, doch wir ziehen bei unserem Dasein als Eltern den Kürzeren. Seit wann kümmern sich Eltern darum, ob ihre Kinder geschützt, glücklich oder beliebt sind? Ich kann dir versichern, dass Ginny und Big Jerry nicht ihre Zeit damit verschwendet haben, sich zu fragen, ob ich und meine Brüder ein erfülltes Leben haben.

Big Jerry war damit beschäftigt, immer mehr Ersparnisse für seine Rente anzuhäufen und arbeitete ständig. Ginny verschloss die Tür doppelt, damit wir nicht ins Haus kamen, und sie telefonierte und rauchte dabei eine Kent. In der Zwischenzeit waren wir schon drei Blocks weiter und spielten mit Kindern, die wir nicht kannten.

Dafür hatten wir zwei große Schnellstraßen mit Rädern, deren Reifen fast platt waren, überquert. Gut möglich, dass einer von uns irgendwann gestürzt war und ziemlich stark blutete. Das interessierte niemanden. Wir waren Kinder und wenn wir nicht als unbezahlte Arbeitskräfte dienten, sollten wir uns außerhalb des Hauses aufhalten und nicht im Weg herumstehen.

"Seit wann kümmern sich Eltern darum, ob ihre Kinder geschützt, glücklich oder beliebt sind?"

Ich persönlich glaube, dass diese eine "Frau, die zu wenig zu tun hat" und es für nötig hält, einem 4-jährigen Gast ein Geschenk zu geben, weil er zur Geburtstagsparty gekommen ist, auch die Idiotin ist, die entschieden hat, dass wir unseren Kindern dienen müssen statt andersherum.

Denk einmal darüber nach. Welches Kostüm hattest du als Kind an Halloween an? Wenn du echt Glück hattest, hat deine Mutter mit einer Schere an einem alten Leintuch herumgeschnippelt, zwei Löcher hineingeschnitten, und dann warst du ein Geist.

Wenn jedoch ihre Freundin ihr die Haare blondieren sollte und zu früh auftauchte, schnitt sie dir nur ein Loch aus und du verbrachtest die nächsten 45 Minuten mit dem Versuch, mit einem spitzen Stift ein weiteres Loch auszuschneiden, das dann fast fünf Zentimeter weiter unten lag als das andere.

Ich war dabei, als mein Cousin in einem Jahr wegen genau so eines Kostüms direkt in ein geparktes Auto rannte. Er rief noch "Süßes, sonst gibt's Saures", als er mit einer leichten Gehirnerschütterung an der hinteren Seitenwand herabglitt.

Die Zeiten haben sich geändert

Als mein Sohn drei Jahre alt war, ließen wir von einer Schneiderin ein Clownskostüm anfertigen, komplett mit einem spitzen Clown-Hut und mit fettiger Schminke. Seine Großmutter gab für die Herstellung dieses Kostüms mehr aus als für mein Abschlussballkleid.

Irgendwann in den vergangenen 25 Jahren haben sich die Zeiten geändert und die Eltern haben die kleinen Autos und billigen Klamotten bekommen, während ihre Kinder wie Rockstars leben. Wir geben Unmengen an Geld für Privatunterricht und die beste und teuerste Sportausrüstung aus und nehmen an verrückten Konkurrenzkämpfen teil.

Ich bin genauso schuldig wie alle anderen auch. Ich habe Baseballschläger für 300 Dollar gekauft, obwohl ich das Geld dafür eigentlich auf mein Rentenkonto einzahlen sollte, und ich bin an einem einzigen Tag von einem Basketballspiel der Amateur Athletic Untion zu einem Baseballspiel und danach zu einem Tanzwettbewerb gefahren und ich habe mich dabei nicht einmal gefragt, warum ich das tue.

Erinnerst du dich an Hank Aaron? Er brauchte keinen Baseballschläger für 300 Dollar, um großartig zu spielen. Dein Kind wird kein Profi werden und meines auch nicht, doch du wirst eines Tages in Rente gehen müssen – und alte Menschen sollten nicht im Müll herumwühlen müssen.

Mein Bruder und ich lachen jetzt noch darüber, dass es, wenn wir an der High School Baseball spielten, nur einen guten Schläger gab, den das ganze Team verwendete.

Erinnerst du dich an deine Kleidung in den 70er-Jahren? Obwohl ich mich bemühe, es so gut wie möglich zu verdrängen, kann ich mich noch gut daran erinnern, dass ich damals unbedingt ein Paar echte Converse-Schuhe haben wollte. Habe ich welche bekommen? Nein.

Aber ich habe überlebt

Oh, das war vielleicht ein Schlag in die Magengrube, als meine Mutter mir die billige Kopie von Archdale mitbrachte, die sie irgendwo zwischen meiner Heimatstadt und Greensboro gefunden hatte. Glaub mir. Sie sahen nicht annähernd so aus. Habe ich mich beschwert? Nein, verdammt. Und ich habe es auch überlebt, richtig?

Wir sind soweit, dass sich eine ganze Generation von Kindern auf Outfits erbricht, die mehr kosten als die monatliche Stromrechnung. Als wir noch Kinder waren, gab es keine Designerklamotten für Babys. Warum? Weil unsere Eltern nicht so verrückt waren, 60 Dollar für ein Outfit auszugeben, damit wir darin explosionsartigen Durchfall haben können oder uns darauf erbrechen können. Unsere Eltern konzentrierten sich darauf, für ihre Rente zu sparen und ihr Haus abzubezahlen.

"Wir sind soweit, dass sich eine ganze Generation von Kindern auf Outfits erbricht, die mehr kosten als die monatliche Stromrechnung."

Das ganz besonders Schöne daran ist ja auch, dass keines dieser Kinder sich direkt nach dem College einen Job schnappen wird, mit dem es sich seine lebensnotwendigen Bedürfnisse, wie beispielsweise brandneue Autos und Jeans für 150 Dollar, leisten kann. Rate mal, wer einen Anruf bekommt, wenn sie ihre Miete nicht zahlen können? Richtig, das sind dann wir.

Denk einmal zurück in deine Kindheit

Denk einmal zurück – ganz, ganz weit zurück. Wer hat im Haus geputzt und die Gartenarbeit gemacht, als du ein Kind warst? Du warst das. Tatsächlich war das für manche Leute sogar der Grund, weshalb sie überhaupt Kinder hatten. Du warst eine kostenlose Arbeitskraft.

Meine Mutter überwachte die Hausarbeit und das Haus hatte verdammt noch einmal makellos zu sein, wenn man Vater um 17:35 Uhr durch die Tür trat. Oft ertönte ein Schlachtruf wie: "Oh nein! Dein Vater kommt in 15 Minuten nach Hause! Räum das Spielzeug weg, und zwar SOFORT!" Den Rest des Abends verbrachte ich damit, den Fernseher anzuschalten, wenn es verlangt wurde, und es lief nur das, was mein Vater sehen wollte.

Am Wochenende erledigte mein Vater Arbeiten außerhalb des Hauses und wenn man Durst hatte, trank man direkt aus dem Gartenschlauch, denn 2 Minuten in einem klimatisierten Raum zu verbringen und ein Glas Wasser aus der Leitung zu trinken könnte einen ja verweichlichen.

Wer macht heute die Haus- und Gartenarbeit? Die Putzfrau, die jeden Donnerstag kommt und das Team aus Landschaftsgärtnern, das jeden zweiten Dienstag kommt. Die meisten Jungs im Teenager-Alter sind noch nie mit einem Rasenmäher in Berührung gekommen und wenn man meine Tochter darum bittet, die Toilette zu putzen, präsentiert sie mir eine vierseitige Abhandlung über die verschiedenen Arten von tödlichen Bakterien, die auf Klobrillen zu finden sind.

Alle sind zu beschäftigt, um Aufgaben zu übernehmen, weil sie bereits so viel machen müssen. Doch um das klarzustellen: Sie sind nicht mit arbeiten oder etwas ähnlich Verrücktem beschäftigt. Denn schulische Termine und außerschulische Aktivitäten unter einen Hut zu bringen und nebenbei unser Geld auszugeben, könnte anstrengend werden, wenn sie auch noch arbeiten müssten.

Meine Mutter hätte niemals meine Lehrer angerufen

Ich kann mich nicht daran erinnern, dass sich jemals irgendwer Gedanken darüber gemacht hätte, dass meine Aufgaben zu stressig für mich sein könnten – oder um meine psychische Gesundheit im Allgemeinen. Ich glaube, dass mein Vater bis vor ungefähr 10 Jahren nicht einmal mein Geburtsdatum kannte. Jerry und Ginny mussten sich um Erwachsenenprobleme kümmern.

Als Teenager kümmerten wir uns selbst um unser soziales Leben und um unsere schulischen Angelegenheiten. Meine Mutter erfuhr gar nicht erst davon, wenn Karen sich ihre Haare über die Schulter warf und mir dabei sagte, dass ich mit meiner neuen Dauerwelle von Rave Scheiße aussah und dass Kevin niemals mit einem Klappergestell wie mir ausgehen würde.

Noch weniger hätte sie die Mutter von Karen angerufen und einen Termin vereinbart, damit wir unsere Missverständnisse klären und ein gemeinsames Selfie machen können.

Außerdem hat sie niemals einen meiner Lehrer oder Trainer angerufen. Nie. Wenn wir auf der Bank saßen, saßen wir auf der Bank. Unsere Väter waren sowieso in der Arbeit. Sie wussten nur das, was wir ihnen erzählten. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass mein Vater einmal früher von der Arbeit nach Hause gegangen wäre, um sich ein Ballspiel von mir anzusehen.

Wenn ich 92,999 Prozent erzielte und die Note B bekam, bekam ich die Note B. Es wurden keine kaum verhohlenen Drohungen ausgesprochen und kein Geld dafür gezahlt, damit ich die Note A bekomme. (Okay, um ganz ehrlich zu sein muss ich zugeben, dass es sich in meinem Fall eher um 84,9999 handelte. Ich war ein Vorzeigekind für mangelhafte Leistungen.)

Erwachsenwerden unter den mäßig wachsamen Augen der Eltern

Zur damaligen Zeit war die High School ein Übungsgelände fürs Leben. Wir lernten das Erwachsensein unter den nur mäßig wachsamen Augen unserer Eltern. Wir hatten Jobs, weil wir Autos haben und uns auch das Benzin für diese Autos leisten können wollten, weil wir Jordache-Jeans haben und uns etwas von Candies kaufen wollten.

Ohne Job mussten wir Turnschuhe von Archdale und Wranglers tragen und uns am Freitagabend den Chevrolet Caprice unserer Mutter ausleihen, der auch liebevoll "Straßenkreuzer" genannt wird.

Niemand, wirklich niemand, besaß ein neues Auto. Ich galt als ziemlicher Glückspilz, weil meine Eltern mir überhaupt ein Auto kauften. Die Bezeichnung "Auto" ist für mich ein sehr weitreichender Begriff.

Wenn ich erzählen würde, dass es ein rotes Cabrio war, und nicht mehr dazu sagen würde, würdest du vielleicht glauben, dass ich etwas Besonderes war. Das war ich nicht. Mein Auto war ein roter MG Midget, vielleicht ein '74er-Baujahr und auf jeden Fall eine Todesfalle.

Wenn ich beim starkem Wind gefahren wäre, wäre ich wahrscheinlich in die Luft gewirbelt worden und in der Nacht, in der ich mit sechs in Togas gehüllten Leuten zu einem Lebensmittelladen fuhr, habe ich bestimmt auch grob gegen Sicherheitsbestimmungen verstoßen, doch ich möchte die Zeit niemals zurückdrehen und mein Auto gegen einen neuen 280Z tauschen, selbst wenn ich es könnte.

Ich war ein sehr schwieriger Teenager und im Nachhinein betrachtet war es nicht die Schuld meiner Eltern, dass es jedes Mal ein kleines Wunder war, wenn ich sicher nach Hause kam.

"Ich befürchte, dass wir [unseren Kindern] die Erfahrungen rauben, die das Leben so unvergesslich machen und sie zu tüchtigen, verantwortungsvollen und selbstbewussten Erwachsenen machen."

Geh jetzt mal an eine High School. Diese Kinder fahren Autos, die sich erwachsene Männer, die 55 Stunden pro Woche arbeiten, nicht leisten können und sie müssen nicht mit ihren Jobs für diese Autos bezahlen.

Und um das Ganze noch zu toppen, haben die meisten von ihnen nach ihrem College-Abschluss keine Ahnung, wie man nach einem Job sucht, wie man sich bewirbt, Vorstellungsgespräche führt und wie vereinbart pünktlich erscheint. Wenn sie einen Job bekommen, liegt das daran, dass jemand ihrem Vater einen Gefallen geschuldet hat ... Und dann arbeiten sie, wenn es "in ihren Plan passt".

Wir lieben unsere Kinder

Wir alle lieben unsere Kinder und wollen, dass sie glücklich und zufrieden sind. Doch ich befürchte, dass wir ihnen die Erfahrungen rauben, die das Leben so unvergesslich machen und sie zu tüchtigen, verantwortungsvollen und selbstbewussten Erwachsenen machen. Die meisten von uns mussten sich die schönen Dinge, die sie als Teenager hatten, von dem Geld kaufen, dass sie sich über einen schrecklich langen Zeitraum ansparen mussten.

Unsere Kinder bekommen fast alles und manchmal frage ich mich, ob wir das wirklich für sie tun oder damit wir uns für bessere Eltern halten. Im Endeffekt wird man Dinge, die man geschenkt bekommen hat, niemals so zu schätzen wissen wie Dinge, die man sich selbst erarbeitet hat.

Hinter unseren Erfahrungen steckten Lektionen, auch wenn uns das damals nicht bewusst war. Durch all die Zickenkriege und die Auseinandersetzungen mit Lehrern, mit denen wir aneinandergerieten, lernten wir, zu verhandeln und Kompromisse einzugehen. Wir erfuhren auch, dass die Welt ungerecht ist.

Manche Menschen mögen dich einfach nicht und manchmal reißt du dir den Hintern auf und wirst trotzdem aufs Kreuz gelegt. Wir verließen die High School als Problemlöser. Ich befürchte, dass unsere Kinder die High School abschließen und noch immer Mama und Papa als Kurzwahl gespeichert haben.

Wir haben einfach nicht die Eier, die unsere Eltern hatten

Wir haben einfach nicht die Eier, die unsere Eltern hatten. Wir schaffen es nicht, unseren Kindern zu sagen, dass sie bestimmte Dinge nicht bekommen können, wenn sie nicht dafür arbeiten, weil wir es nicht aushalten, wenn sie diese Dinge nicht bekommen und weil wir nicht zusehen können, wenn sie scheitern. Wir geben ihnen viel Zeug; Zeug, das zerbricht, verschleißt, verloren geht, aus der Mode kommt und seinen Wert verliert.

Ich gehe davon aus, dass viele Eltern ziemlich stolz darauf sind, dass sie auf materielle Weise dazu beigetragen haben, dass ihre Kinder beliebt sind und dass sie ihnen den Weg geebnet haben. Ich bin nicht stolz darauf und ich weiß, dass viele von euch genauso frustriert darüber sind wie ich. Ich bin besorgt über das, was wir ihnen rauben, indem wir ihnen alles geben, und habe deshalb diese Dinge aufgelistet:

1. Auf eine Belohnung warten zu müssen, tut wirklich gut.

Es fördert das Durchhaltevermögen und man lernt den wahren Wert von bestimmten Dingen kennen. Unsere Kinder haben keinen blassen Schimmer, wie es sich anfühlt, auf eine Belohnung warten zu müssen. Eine Belohnung erst später zu bekommen, bedeutet für sie, darauf warten zu müssen, dass ihr Handy aufgeladen ist.

2. Die Fähigkeit, Probleme lösen und mit seinen Gefühlen umgehen zu können, spielt im Leben eine bedeutende Rolle.

Heutzutage wird Kindern jedes Problem gelöst. Ich wünsche den Eltern viel Glück, die einen College-Professor anrufen und mit ihm herumdiskutieren, dass ihr Kind bei der Abschlussprüfung einen zweiten Versuch bekommen sollte, weil es noch für zwei weitere Abschlussprüfungen lernen musste und gestresst war. Nicht lachen, es gab wirklich schon Eltern, die das probiert haben.

3. Wenn du unabhängig bist, kannst du herausfinden, wer du wirklich bist, statt das zu sein, was jemand anderes von dir erwartet.

Davon konnte ich nur träumen. Diese Kinder haben ihre Unabhängigkeit gegen neue Autos und Citizen-Jeans eingetauscht. Sie werden immer unter dem Pantoffel von jemand anderem stehen, wenn sie dafür coole Sachen bekommen. Ich hätte lieber in einem so gut wie abbruchreifem Haus gewohnt und mich von Crackern und Eis am Stiel ernährt, um mir meine Unabhängigkeit zu bewahren.

Warte mal, das habe ich ja sogar. Das macht mich wütend. Du SOLLST ja auch erwachsen werden und deinen eigenen Weg gehen wollen und nicht auf Kosten von jemand anderem nach dessen Regeln leben, was heutzutage viel zu oft auch bedeutet, dass du unter dem Dach dieser Person lebst.

4. Gesunder Menschenverstand ist dieses kleine bisschen Mehr an Wissen, durch das du bestimmen kannst, in welcher Richtung der Norden liegt, weißt, wie du deine Reifen aufpumpst oder den besten Weg kennst, um den Verkehr zu einer bestimmten Tageszeit zu umgehen.

Man entwickelt gesunden Menschenverstand, indem man Fehler macht und daraus lernt. Diese Fähigkeit lässt sich am besten in einem Umfeld erlernen, in dem es in Ordnung ist, zu scheitern und man kann sie nur perfektionieren, wenn man Dinge auch selbst in die Hand nimmt.

Wenn man seine Kinder bis in letzte Detail kontrolliert, sorgt man dafür, dass sie ihr Leben lang keine Ahnung haben und ungeschickt sind. Ab einem gewissen Alter wird diese Ahnungslosigkeit gefährlich. Ich kenne Frauen, die geheiratet haben, damit sie nicht für sich selbst denken müssen, und bei manchen von ihnen war es tatsächlich das Klügste, was sie tun konnten.

5. Geistige Stärke bedeutet, dass jemand weitermacht, obwohl alles schief läuft.

Menschen, die über geistige Stärke verfügen, sind am Ende die Gewinner. Sie kämpfen sich beim Verlust ihres Jobs, bei schwierigen Beziehungen, Krankheit oder Rückschlägen durch. Diese Charaktereigenschaft wird aus der Not heraus geboren. Krisen können etwas GUTES sein. Du lernst dabei, was in dir steckt. In Krisenzeiten verwirklicht sich das alte Sprichwort "was dich nicht umbringt, macht dich nur stärker". In einer Krise lernst du fürs Leben.

Verfluchst du mich?

Ich weiß, dass du mich mittlerweile verfluchst und dass du im Geiste alle Gründe aufzählst, warum dies auf dich und dein Kind nicht zutrifft. Vergiss jedoch nicht, dass ich mich nicht davon ausnehme. Meine Kinder sind nicht ganz so schlimm wie manch andere, weil ich zu arm und zu faul bin, um sie über einen bestimmten Punkt hinaus zu verwöhnen.

Und ich behaupte ganz bestimmt nicht, dass unsere Eltern alles richtig gemacht haben. All der Passivrauch, dem ich ausgesetzt wurde und die Autofahrten am Sonntagnachmittag, an denen mein Vater Schlitz-Bier getrunken hatte und ich wie ein menschliches Geschoss auf dem Beifahrersitz stand, waren weiß Gott alles andere als ideal.

Doch ich glaube, dass in den 70er-Jahren die Eltern ihre eigene Rolle auf eine Art bestimmt haben, wie wir das niemals taten. Ich befürchte, dass unsere Kinder mehr intellektuelle Fähigkeiten haben als wir damals, wenn sie einmal ausziehen, doch dass ihnen dafür die überlebenswichtigen Fähigkeiten fehlen, durch die wir Erfolge und Unabhängigkeit erlangen konnten.

Andererseits sind es vielleicht auch gar nicht wir Eltern, die bei diesem Geschäft den Kürzeren ziehen.

Eine Version dieses Posts erschien ursprünglich bei RhondaStephens.wordpress.com.

Dieser Blog ist ursprünglich bei Huffington Post USA erschienen und wurde von Susanne Raupach aus dem Englischen übersetzt.


Kindern helfen

Seit Jahren schon warnen Experten, dass allein in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebt. Viel schwieriger noch die Situation von Kindern in Südeuropa, Afrika oder Südasien. Doch was fehlt ihnen wirklich? Wie kann man ihnen wirkungsvoll helfen?

Zusammen mit der Spendenplattform betterplace.org nennt die Huffington Post einige spannende Projekte, die jeder unterstützen kann.

Viele Kinder in Deutschland sind so arm, dass ihre Eltern sich nicht einmal eine warme Mahlzeit leisten können. Ihnen hilft das Deutsche Kinderhilfswerk mit Kinderhäusern. Hier können die Kinder in Ruhe essen, Hausaufgaben machen und sogar an Kochkursen teilnehmen. Das ist nur mit Spenden möglich.

Die Wirtschaftskrise in Griechenland trifft Kinder ganz besonders. Der Verein KRASS e.V.“möchte den Kindern in Athen und wo immer möglich in Griechenland, eine Auszeit mit Spiel, Kunst und Spaß unter professioneller Begleitung ermöglichen.”Details findet ihr hier.

Oder ihr spendet einfach Zeit: Als Vorlesepate von Kindern im Raum Stuttgart bei Leseohren e.V.

Oder ihr werdet gleich Pate für ein Kind und schenkt ihm ein Stück unbeschwerte Freizeit: Solche Paten vermittelt zum Beispiel das Projekt Biffy Berlin.

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