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13/04/2016 13:20 CEST | Aktualisiert 30/04/2016 07:50 CEST

Nur noch Cola ist beliebter: Rotkäppchen-Sekt verzeichnet Umsatz-Rekord

Frauen trinken Cola.
nensuria via Getty Images
Frauen trinken Cola.

Nachdem "Coca-Cola" 1929 zum ersten Mal auch in Deutschland verkauft wurde, avancierte das Getränk spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg zum großen Publikumsliebling. Die Marke ist nach wie vor der Favorit unter den Getränkeanbietern. Doch bald könnte dem Softdrinkhersteller ein deutsches Unternehmen den Rang ablaufen - und dessen Produkte sind alles andere als alkoholfrei.

Neben "Coca-Cola" gehören zu den "Best Brands 2016" in Deutschland nämlich nebenNivea und Samsung auch Rotkäppchen-Mumm.

Bei Deutschlands größter Sektkellerei Rotkäppchen-Mumm ist man nun in Feierstimmung: Der Getränkekonzern hat 2015 bei Absatz und Umsatz deutlich zugelegt und wird immer beliebter. Die Deutschen greifen anscheinend immer öfter auf wein- und sekthaltige Getränke zurück.

253 Millionen Flaschen gingen über die Ladentheke

911,9 Millionen Euro erwirtschaftete das Unternehmen, wie es am Dienstag in Leipzig mitteilte. 2014 waren es noch 897,2 Millionen gewesen. Zu Gewinn oder Verlust machte das Unternehmen keine Angaben.

Insgesamt wurden 253 Millionen Flaschen an Sekt, Wein und Spirituosen verkauft. 6,5 Millionen mehr Flaschen Alkohol der Marke Rotkäppchen-Mumm wurden demnach im Vergleich zum Vorjahr getrunken.

Bemerkenswert ist das vor allem, weil der deutsche Sekt- und Spirituosenmarkt insgesamt stagniert. Außerdem beherrscht das Unternehmen mit seinen Marken Rotkäppchen, Mumm, Jules Mumm, MM Extra und Geldermann bereits den Markt mit einem Anteil von 54,9 Prozent. Zuwächse sind da nur noch schwer zu erreichen.

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Erfolgsgaranten sind eingekaufte Marken und neue Kreationen

Den Erfolg hat die Sektkellerei allerdings nicht ihrem Hauptprodukt Sekt zu verdanken: Hier erwirtschaftete das Unternehmen einen Rückgang von 0,3 Prozent, rund eine halbe Million Flaschen weniger gingen über die Ladentheke. Auch die Stammmarke Rotkäppchen musste ein Minus von 1,6 Prozent verzeichnen.

Verantwortlich für die gesteigerten Einnahmen sind vor allem die weinhaltigen Getränke: Knapp 29 Prozent mehr wurden davon 2015 verkauft. Rotkäppchen-Chef Christof Queisser erklärt sich das mit veränderten Konsumgewohnheiten, auf die sie rechtzeitig eingestiegen seien.

Trends aus der Gastronomie funktionieren auch in der Industrie

Während sich der Klassiker Rotkäppchen-Sekt nämlich schlechter verkauft, entwickeln sich die Marken Mumm, die 2002 übernommen wurde und zum heutigen Konzernnamen Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien führte, und Fruchtsecco nun sehr gut. "Positiv zu betonen ist unsere Marke Mumm, die ein starkes Absatzplus von 27 Prozent erreicht hat", erklärte Vorstandschef Christof Queisser.

Die 2014 eingeführten Fruchtseccos seien vor allem bei den weiblichen Konsumenten beliebt, die zuvor eher zum Sekt gegriffen hätten. Das Unternehmen war damit auf Trends aus der Gastronomie eingestiegen, wo Kreationen wie der "Hugo" (Prosecco mit Holunderblütensirup, Minze und Mineralwasser) seit Jahren serviert werden.

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Zukunftsplan: Internationales Aufkaufen und Ausdehnen

Zudem habe sich der Bereich Spirituosen gut entwickelt. Auch durch die Übernahme von Fläminger Jagd, Asmussen Rum, Balle Rum und Boddel Rum im Sommer des vergangenen Jahres durch die Unternehmens-Tochter Nordbrand konnte der Sektkonzern aus Sachsen-Anhalt hier seinen Absatz um 2,4 Prozent auf 45,9 Millionen Flaschen steigern. Eine weitere Investition war die Übernahme der italienischen Marke Sprizzeró.

Dieser Kauf war ein erster Schritt zur Entwicklung von Rotkäppchen-Mumm als internationale Marke. Seit einem halben Jahr ist das Unternehmen auch auf dem tschechischen Markt aktiv.

Im Hintergrund arbeite bereits ein Team an einem Markteintritt in weiteren Ländern, die in den kommenden Jahren ausgeführt werden sollen. In der "Vision 2025" sei angedacht, international einen zweitstelligen Anteil am Geschäft zu erreichen. So will man darauf vorbereitet sein, wenn der Verkauf in Deutschland künftig doch nicht mehr wächst.

Mit Material von dpa

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