NACHRICHTEN
12/04/2016 08:59 CEST | Aktualisiert 22/08/2016 12:58 CEST

Porno-Seite sperrt Nutzer, die ein bestimmtes Kriterium erfüllen

Keine Pornos: XHamster blockt Nutzer aus North Carolina.
milindri via Getty Images
Keine Pornos: XHamster blockt Nutzer aus North Carolina.

Eklat in North Carolina: Der US-Bundesstaat hat ein Gesetz verabschiedet, dass die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern (kurz LGBT) einschränkt.

Eine beliebte Porno-Webseite geht nun auf die Barrikaden: Seit Montag können Nutzer aus North Carolina nicht mehr auf die Webseite XHamster.com zugreifen. Statt Pornos bekommen die Nutzer mit einer IP-Adresse aus North Carolina einen schwarzen Bildschirm zu sehen.

"Gesetze sind diskriminierend"

XHamster möchte die Maßnahme beibehalten, bis in North Carolina das am 23. März verabschiedete Gesetz „House Bill 2“ wieder außer Kraft tritt. „House Bill 2“ ermöglicht Städten und Landkreisen, Vorschriften zu missachten, die LGBT-Rechte schützen.

„Wir haben die letzten 50 Jahre für die Gleichstellung aller gekämpft und diese Gesetze sind diskriminierend, was XHamster.com nicht unterstützen möchte", sagte er XHamster-Sprecher Mike Kulich in einer offiziellen Erklärung an die Huffington Post. „Wir halten diese Bestrafung für angemessen. Wir möchten kein System unterstützen, das solch einen Müll unterstützt.“

400.000 Treffer für Begriff "transsexuell"

Die Statistiken, die XHamster über seine Nutzer aus North Carolina auswertet, zeigen, dass der Staat – oder zumindest seine Porno-Nutzer – wesentlich aufgeschlossener sind, als es die Gesetze vermuten lassen. "Im März hatten wir alleine aus North Carolina 400.000 Treffer für den Begriff ‚transsexuell’“, so Kulich. "‚Homosexuell’ wurde 319.907 mal gesucht", fügte er hinzu.

XHamster plant nun, den schwarzen Bildschirm durch eine Petition zur Aufhebung des Gesetzes zu ersetzen. "Hoffentlich bekommt die Petition so viele Unterschriften wie der Suchbegriff ‚transsexuelle’ Anfragen auf unserer Seite“, sagte Kulich.

Auch Bruce Springsteen protestiert

Die Porno-Seite schließt sich mit seiner Aktion einer wachsenden Liste von Entertainern und Unternehmen an, die Geschäfte in North Carolina verweigern – darunter Bruce Springsteen, der ein Konzert absagte, um gegen das Gesetz zu protestieren.

Springsteen sagte, der Protest sei sein "stärkstes Mittel, um sich gegen die zu erheben, die rückwärts statt vorwärts denken". Kulich sieht den Prostet von XHamster noch wirkungsvoller: "Ich denke, dass Pornos die Macht haben, zu tun, was Bruce Springsteen nicht kann“.

"Großer Schwanz" und Donald Trump

XHamster mag gute Absichten haben, indem es gegen das Gesetzt protestiert. Allerdings widerspricht sich das Unternehmen bei dieser Agenda: Sucht man auf der Seite nach "großer Schwanz“ kommt gleichzeitig eine Werbung für die Wahlkampagne "Make America Great Again" des US-Politikers Donald Trump.

Trump hat öffentlich gesagt, dass, wenn er gewählt wird, er Richter benennen würde, die am obersten US-Gericht die Ehe für Homosexuelle kippen würden – ein klarer Widerspruch zum Gleichheits-Mantra von XHamster. Kulich sagte dazu, dass das Unternehmen nicht jede Ansicht von Trump teilt: "Wir werden auch weiterhin die Gleichstellung unterstützen – unabhängig von der Person, die gewählt wird."

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.

Diese Pornoseite zeigt: So ticken Frauen beim Sex wirklich

Diese Pornoseite zeigt: So ticken Frauen beim Sex wirklich