POLITIK
12/04/2016 16:26 CEST

Grünen-Politiker Palmer rechnet knallhart mit Erdogan ab: "Schneiden Sie Böhmermann die Eier ab"

dpa

  • Tübingens OB Palmer rechnet in Facebookbeitrag mit Erdogan ab

  • Er kritisiert den türkischen Präsidenten mit einem Satire-Brief

  • Palmer ist bekannt für provokante Facebook-Beiträge

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) hat sich in der Böhmermann-Affäre satirisch zu Wort gemeldet. In einem offensichtlich nicht ernst gemeinten Beitrag auf seiner Facebook-Seite richtete sich Palmer am Dienstag direkt an den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Dabei verwendet er am Ende des Textes auch vulgäre Begriffe.

"Schneiden Sie Herrn Böhmermann die Eier ab, damit er sich nie wieder über Präsidenten mit kurzem Schwanz lustig macht", schreibt der Grünen-Politiker unter anderem in seinem Beitrag.

"Möchte mich für die schweren Verbrechen entschuldigen"

Und weiter: "Als Bürger der Bundesrepublik Deutschland möchte ich mich bei Ihnen für die 'schweren Verbrechen gegen die Menschlichkeit' entschuldigen, die Herr Böhmermann ihnen gegenüber verübt hat."

Außerdem fordert er eine knallharte Bestrafung: Neben der Entmannung Böhmermanns bringt Palmer auch noch ein Auslieferungsersuchen ins Spiel. "Für eine spürbare Strafe scheint mir das deutsche Strafrecht aber zu schwach. Ich möchte Sie daher dazu ermutigen, nach einer Verurteilung dieses unverschämten Mannes ein Auslieferungsersuchen einzureichen", schreibt Palmer ironisch.

Jan Böhmermann hatte in einem "Schmähgedicht" über Erdogan in seiner Show "Neo Magazin Royale" beleidigende Formulierungen benutzt. Das Gedicht handelt unter anderem von Sex mit Tieren sowie Kinderpornografie und transportiert Klischees über Türken.

Inzwischen steht Böhmermann unter Polizeischutz

Der Grimmepreisträger hatte das umstrittene Gedicht in seiner Sendung am 31. März vorgelesen. Erdogan stellte daraufhin einen Strafantrag gegen Böhmermann.

Zudem prüft die Bundesregierung, ob sie die Staatsanwaltschaft ermächtigt, den ZDF-Satiriker wegen Beleidigung eines Staatsoberhaupts zu verfolgen. Inzwischen steht Böhmermann unter Polizeischutz. "Ein Streifenwagen steht vor der Tür", sagte ein Polizeisprecher am Dienstag in Köln.

Palmer hatte bereits in der Vergangenheit mehrfach seine Positionen auf Facebook veröffentlicht. Damit war er immer mal wieder angeeckt - zuletzt in der Flüchtlingskrise.

Palmer ist bekannt für umstrittene Facebookbeiträge

Ende 2015 hatte Palmer etwa im Widerspruch zur Linie seiner Parteiführung eine Debatte über eine mögliche Beschränkung des Familiennachzugs bei Flüchtlingen verlangt. Eine solche Einschränkung solle nicht von vornherein ausgeschlossen werden, meinte Palmer damals auf seiner Facebook-Seite.

Hier findet ihr den ganzen Facebookbeitrag von Palmer:

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