POLITIK
12/04/2016 03:54 CEST | Aktualisiert 21/05/2016 12:00 CEST

Experte bei "Hart aber fair": "Kampf gegen den Terror muss von Muslimen ausgehen"

  • Bei "Hart aber fair" ging es mal wieder um einen möglichen Zusammenhang zwischen Islam und Terror

  • Ein "Islam-Versteher" überraschte mit seiner Kritik an islamischen Gemeinden

Mal wieder ein Terror-Talk. Frank Plasberg präsentierte in seiner "Hart aber fair"-Sendung am Montagabend Gäste, die vieles wiedergaben, das man schon oft gehört hatte. "Terror im Namen Gottes - Hat der Islam ein Gewaltproblem?" war der Titel der Sendung.

Das hätte ziemlich langweilig werden können. Zum Glück war auch der junge Journalist Constantin Schreiber Teil der Runde, der hauptberuflich als "Islam-Versteher" und Vermittler zwischen den Kulturen arbeitet.

Schreiber macht nicht den Fehler, den Islam als Religion zu kritisieren

Schreiber fällt angenehm durch eine ausgewogene und sachliche Kritik an islamischen Gesellschaften auf.

Der Journalist lebte als Jugendlicher längere Zeit in Syrien, wo er die arabische Sprache erlernte. Heute moderiert er in Deutschland Nachrichtensendungen bei N-Tv und die Live-Berichterstattungen zu den Themen Naher und Mittlerer Osten des Senders.

Dazu passend: Warum der Islam doch etwas mit Terrorismus zu tun hat

Doch auch im Nahen Osten sieht man ihn. Schreiber moderiert auf Arabisch für den ägyptischen Sender ONtv, den omanischen Sender OmanTV sowie QatarTV. Er weiß, wovon er spricht.

Schreiber macht nicht den Fehler, den Islam als Religion zu kritisieren. Doch er hält sich nicht zurück mit Kritik an muslimischen Gesellschaften.

"Gelebter Islam bedeutet dort oft Terror"

"Was in vielen muslimischen Ländern passiert, ist eindeutig", sagte Schreiber. "Gelebter Islam bedeutet dort oft Terror, auch wenn das natürlich nicht heißt, dass alle Muslime Terroristen sind."

Eine große Gefahr sei es, wenn Terror verschwiegen und verharmlost werde. So wandte er sich an Abdassamad El-Yazidi, hessischer Landesvorsitzender des Zentralrats der Muslime. Der vertrat - wenig überraschend - die Meinung, Terror habe nichts mit Religion zu tun und der Islam stehe für Frieden und Toleranz. Doch ganz so einfach ist es nicht.

Dazu passend: Den Polit-Talk "Hart aber Fair" mit Frank Plasberg online schauen

Scheiber warf den islamischen Verbänden ein fehlendes Bekenntnis zum Kampf gegen Islamismus vor. Ein solcher Kampf müsse von der islamischen Gemeinschaft selbst ausgehen. "Was an Belehrungen von Bio-Deutschen kommt, wird schnell als Versuch der Einmischung interpretiert", so Schreiber.

Der Kampf gegen den Islamismus müsse von den Muslimen selbst ausgehen. Das ist eine Wahrheit, die wenige auszusprechen wagen.

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