POLITIK
12/04/2016 13:33 CEST | Aktualisiert 12/04/2016 13:58 CEST

Erschreckende Bilder aus Bulgarien: Hier machen Rechte Menschenjagd auf Flüchtlinge

  • In den bulgarischen Wäldern hat sich eine Truppe namens "Patrioten" formiert

  • Bewaffnet mit Macheten machen sie Jagd auf Flüchtlinge

  • Was ihr Land über die Aktionen denkt, ist unfassbar

Die Flüchtlingskrise ist längst zur Hexenjagd geworden. In Deutschland formieren sich Bürgerwehren und nach den Vorfällen in Clausnitz und Bautzen blasen Jugendorganisationen wie die "Identitäre Bewegung" zum Sturm der Neuen Rechten.

Dass Parteien wie die AfD in ihrer Kampf-Rhetorik gegen die "Asylflut" über Leichen geht, ist erschütternd. Was aber gerade im Südosten Europas passiert, macht einfach nur sprachlos.

Die Treibjagd auf Menschen ist eröffnet

Dinko Valev und sein Trupp verschwenden dort längst keine Zeit mehr damit, über Obergrenzen, Zäune oder einen "Schießbefehl" zu diskutieren. Bewaffnet mit Macheten hat die paramilitärische Gruppe der "Patrioten" an der bulgarisch-türkischen Grenze eine Treibjagd auf Flüchtlinge eröffnet.

Die "unterwünschten Gäste" und "Wirtschaftsmigranten", wie sie ihre Zielpersonen bezeichnen, werden von dem Trupp verfolgt und gezwungen, sich auf dem Bauch zu legen. Mit einem Kabelbinder fesseln die selbsternannten "Flüchtlingsjäger" die Hände der Migranten dann hinter dem Rücken, wie nun ein Video zeigt, das auch durch den Privatsender bTV verbreitet wurde:

(Der Text geht unter dem Video weiter)

Darin präsentieren die "Patrioten" ihre menschliche "Beute" der Reihe nach, einer der Bulgaren fährt einen Flüchtling an: "No Bulgaria! Go Back to Turkey!".

"Bulgarien braucht würdevolle Bulgarier wie mich"

Dinko Valev, der Anführer der Truppe, posiert dabei gerne als Star der "Flüchtlingsjäger". Für seine Youtube-Videos lässt er sich gerne vor Militärfahrzeugen oder Quad-Bikes filmen.

Dass seine "Patrioten" das einzig richtige tun, um die 270 Kilometer lange Grenze Bulgariens zur Türkei zu schützen, da ist Valev überzeugt: "Bulgarien braucht Leute wie mich, würdevolle Bulgarier, die bereit sind, ihr Heimatland zu verteidigen", sagte er am Montag dem Internetportal "euractiv" .

Der Chef-"Patriot" wird zum "Superhero"

Im Internet wird der Chef-"Patriot" dafür von vielen als "Superhero" gefeiert. Laut einer Meinungsumfrage des staatlichen Fernsehsenders BNT sprachen sich ganze 84 Prozent der Zuschauer für die Praktiken der Milizen aus, nur 16 Prozent verurteilten die Patrouillen.

Anfangs wurde die Initiative der "Flüchtlingsjäger" sogar von der Regierung indirekt gelobt: "Wir begrüßen jede Unterstützung der Polizei", hatte Regierungschef Boiko Borrissow noch vor einiger Zeit im bulgarischen Fernsehen gesagt. Nicht zuletzt will auch die bulgarische Regierung verhindern, dass das EU-Land zu einer Alternativroute nach Westeuropa wird, nachdem die Balkanroute geschlossen wurde.

Der jüngsten medialen Wirbel um die Truppe hat die Regierung jetzt offenbar doch zum Einlenken bewegt. Wie der Grenzschutzchef Antonio Angelow am Montag im Privatsender bTV klar stellte, würden Festnahmen in Bulgarien nur durch die Polizei erfolgen. "Diese Handlungen sind milde ausgedrückt gesetzeswidrig", sagte Angelow.

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